Emo – fragwürdige Modeerscheinung oder doch etwas mehr?
Man nehme: Einen schwarzen Pony, kitschige Accessoires und dazu pessimistische Musik auf die Ohren. Fertig ist der Emo. Aber was steckt eigentlich dahinter?
Sie springen einem ins Auge, in Parks, der U-Bahn, im Einkaufscenter und allen möglichen Ecken und das immer häufiger. Wie sollte man diese einzigartige Mischung aus Totenkopf-Aufnähern und Hello-Kitty Accessoires auch übersehen können? Die Rede ist von den Emos. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Begriff? Etwas darunter vorstellen können sich sicherlich viele, aber auch erklären zu können, woher dieses Wort eigentlich rührt, fällt da schon deutlich schwerer. Zeit etwas Licht ins Dunkel zu bringen!
Zum ersten Mal tauchte das Wort Emo in der Musikszene auf und zwar, als aus dem Hardcore-Punk die Stilrichtung Emocore hervorging. Die Künstler wollten eine emotionalere Richtung schaffen und Gefühle zeigen. Fans und Bands sind also ´emotional hardcore´, und so verstehen sich die Emos auch heute noch. Emotionen wie Trauer und Verzweiflung werden stark betont und offen gezeigt.
Seit einigen Jahren versteht man unter Emo aber eher eine bestimmte Modestil, statt einer Musikrichtung. Verschiedene Styles werden dabei kombiniert: Überwiegend schwarze Kleidung und Nietengürtel stehen im krassen Kontrast zu farbigen Haarsträhnen, kitschigen Buttons, Sternen und Kirschohrringen.
Emos sind heruntergekommen, haben einen extremen Hang zur Selbstverletzung und sind potentielle Selbstmörder. Diese Klischees halten sich ziemlich hartnäckig unter Emo-Gegnern. Auf der Homepage www.stupedia.org findest du eine Beschreibung von Emos, die so ziemlich alle diese Klischees bedient und außerdem eine lange Liste von Emo-Witzen.
Jaaaaaa, die Seite ist sarkastisch und gemein aber lachen musstet ihr trotzdem, stimmt's? Aber eigentlich haben Emos eine besondere Stärke: Sie haben keine Probleme damit, ihre Gefühle offen zu zeigen. In unserer Gesellschaft gilt dies als ziemlich verpönt. Wie oft sagen wir es geht uns gut, wenn uns eigentlich nach weinen zu Mute ist?
„Ein Emo? Das ist doch einer, der immer traurig ist und den ganzen Tag lang heult, oder?“ so oder so ähnlich klingt es meist, wenn man mit anderen über Emos spricht. Aber wer fragt sich eigentlich mal, woher diese Traurigkeit kommt, anstatt Witze zu reißen und sich mit Schubladendenken zufrieden zu geben? Unser oberstes Gebot als Christen ist doch die Nächstenliebe, oder? Und dazu gehört auch das Interesse am Leben meiner Mitmenschen. Also Leute, seht lieber zweimal hin und fragt mal nach, ob vielleicht jemand eure Hilfe gebrauchen kann. Letzten Endes sollten sich jeder von uns doch immer die Frage stellen: Was würde Jesus tun? Verächtliche Blicke, weil ihm der Modestil nicht gefällt, wäre ganz sicher nicht seine Antwort.
Franziska Bigalke
P.S. Ob auch du ein Emo bist, findest du hier heraus. Aber bitte nicht allzu ernst nehmen :-)
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