Fashion Statements
Aus der Rolle fallen und für Jesus werben
Es war gleich in der ersten Woche meines ersten Schuljahres. Mit den Worten „Den hat Stefan auch!“ stürmte ich in die Wohnung, warf meinen Flüssigkleber wütend in die Ecke und stemmte meine Hände in die Hüften. Für mich einfach unvorstellbar, dass ich im Werkunterricht meine Basteleien mit dem gleichen Kleber zusammenkleben sollte wie mein Schulkamerad. Mein Glück damals war, dass mein großer Bruder schon immer eine extra Portion Verständnis für mich hatte. Am nächsten Tag hatte ich einen neuen Kleber.
Das ist nun schon mehr als 16 Jahre her. Und was hat sich seitdem verändert? Nun ja, obwohl der Kugelschreiber meiner Kollegin und meiner höchst wahrscheinlich ein-eiige Zwillinge sind, bekomme ich keinen Nervenzusammenbruch. Ist ja schonmal ein Fortschritt. Aber woher kommt eigentlich dieser ausgeprägte Drang nach Individualismus, besonders in unserer Generation der Unter-Dreißig-Jährigen? Vielleicht daher, dass unsere Welt immer schnelllebiger, hektischer und stressiger wird. Die Menschen, mit denen wir jeden Tag U-Bahn fahren, nehmen wir kaum noch wahr - und auch wir spüren, dass wir nicht mehr wahrgenommen werden. Eigentlich würdige ich nur noch eines zweiten Blickes, wer pinke Haare hat oder durch seinen Kleidungsstil aus dem Rahmen fällt. Aber wie geht das eigentlich, aus dem Rahmen fallen?
Im Zeitalter von H&M und Super Sale bekommt man den Eindruck, dass man seine Sachen an der Kasse nach dem Kilopreis zahlt. „Noch nie war es so preiswert, shoppen zu gehen“, bestätigte mir eine Werksstudentin von Otto. Eigentlich die perfekten Vorraussetzungen, um seinen eigenen Style frei zu entfalten. Da ich von der Durchschnittskörpergröße allerdings so einige Zentimeter entfernt bin, habe ich bei meiner Jeans nur die Wahl zwischen zu lang und viel zu lang. Da kommt mir aber etwas ganz anderes in den Sinn – nahezu perfekt, um sich von der Masse abzuheben.
Seit den 1950er Jahren ist kaum ein Kleidungsstück so steil und schnell die Karriereleiter hochgeklettert wie das T-Shirt. Vom einstigen Unterhemd hat es sich zu der Klamotte gemausert, die wohl in den meisten Farben und Formen erhältlich ist. Dabei haben wir schon längst nicht mehr nur die Wahl zwischen den knalligsten Farben, zwischen Rundhals und V-Neck: Diverse Online-Shops bieten uns eine riesige Auswahl mit den verrücktesten und witzigsten Aufdrucken.
Einer meiner persönlichen Favoriten ist die Internetpräsenz von Schriftsteller Max Goldt und Zeichner Stephan Katz. Auf der Seite www.katzundgoldt.de findet ihr unter der Rubrik Rumpfkluft so einige schöne Teile, die eurem Gegenüber auch schnell mal ein Fragezeichen ins Gesicht zaubern dürfte. Allein das Betrachten der verschiedenen Motive bringt mich jedes Mal wieder zum Lachen. Im Rumpfomaten könnt ihr die verschiedenen Shirts und Pullover sogar ein wenig verändern. So könnt ihr beispielsweise festlegen, ob euer Lieblingsmotiv auf ein Langarm- oder Kurzarmshirt gedruckt werden soll, mit verschiedenen Farben experimentieren, die Motivgröße verändern und vieles mehr tun, damit euer neuestes Teil mit Sicherheit ein Unikat wird.
Wem das noch nicht speziell genug ist, dem hilft nur noch selbst designen. Und selbst das ist in den unendlichen Weiten des Internets kein Problem mehr. Auf der Seite www.spreadshirt.net könnt Ihr eigene Motive hochladen und dann zu einem fairen Preis auf das Kleidungsstück eurer Wahl drucken lassen.
Vielleicht fragst du dich jetzt: Muss ich denn als Christ unbedingt aus der Rolle fallen? Natürlich musst du das nicht, denn in Gottes Augen bist du ein Unikat, das in seiner Einzigartigkeit kaum noch zu übertreffen ist - unabhängig davon, ob du dich gern in Einheitsgrau oder mit den ausgefallensten Klamotten kleidest. Aber die Zeiten, in denen Birkenstocks und Schlabberpulli Christen als Erkennungszeichen dienten, sind glücklicherweise vorbei. Warum also nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden? Auch die christliche Szene ist auf den Trend des T-Shirts als Kommunikationsmittel schon lange Zeit aufmerksam geworden. "Wear His Message" ist der Slogan von www.messageshirts.de.
Mit beispielsweise diesem schwarzen Shirt tragt ihr nicht nur ein Teil, das euer Banknachbar mit Sicherheit nicht im Kleiderschrank hat, sondern ihr macht eure Mitmenschen neugierig: „Unsterblich? Hä? Wieso denn unsterblich?“ werdet ihr vielleicht gefragt. Und schon seid ihr mitten in einem spannenden Gespräch, in dem ihr anderen von eurem Glauben an Jesus Christus erzählen könnt. Wir wissen ja alle, dass wir einen Missionsauftrag haben. Und eigentlich wünschen wir uns auch, dass noch viel mehr Menschen von Jesus Christus erfahren. Nur wie anstellen? Den Menschen mit der Missionskeule in der Einkaufsstraße auf die Zwölf zu hauen, hat sich in der Vergangenheit als weniger erfolgreich erwiesen. Einige Menschen fühlen sich bedroht und entwickeln automatisch eine innere Anti-Haltung. Mit euren Messageshirts dagegen könnt ihr zum Nachdenken anregen.
Selbst wenn ihr nicht heute oder morgen darauf angesprochen werdet, wer weiß, welche Gedanken und Fragen euren Mitmenschen zumindest später einmal kommen? Ich habe schon seit längerem ein ganz schlichtes schwarzes T-Shirt, auf dem nur ein kurzer Satz steht: Und wenn es Gott doch gibt? Wenn sich am Ende eines Tages nur einer von hundert Menschen, denen ich diesem Tag begegnet bin, fragt: Ja, was ist denn nun, wenn es Gott doch gibt? Allein der Gedanke daran zaubert mir ein Lächeln auf das Gesicht. Tja, wer weiß? Gott weiß! Also Leute: Flagge zeigen! Euer Fashion Statement ist im doppelten Sinne etwas ganz besonderes: Zum einen tragt ihr keine Massenware aus der Grabbelkiste - und zum anderen werdet ihr einigen Menschen in eurer Umgebung vielleicht dabei helfen, ihr Leben zu überdenken und zu hinterfragen.
Übrigens: T-Shirts mit Message sind auch eine super Geschenkidee ;-)
Franziska Bigalke
noch ein guter Link: www.praiseshirts.de/
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