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Germany's Next Topmodel
Okay, vielleicht war die Aktion nicht nur mutig, sondern vor allem peinlich. Aber darum geht es mir hier jetzt eigentlich nicht. Stattdessen beleuchte ich meine Psyche als 19-jähriges Mädel, das seit der ersten Staffel einfach keine Sendung von Germany's Next Topmodel (kurz: GNTM) verpassen kann! GNTM mit Heidi Klum als hartes Jury-Mitglied, die unglaublich dramatische Pausen vor der Aussprache wichtiger Entscheidungen macht: Hat sie ein Bild von dem Mädchen oder nicht? Ein Foto vom letzten Fotoshoot ist nämlich das Erkennungsmerkmal für "weiter dabei" oder "dismissed". Schließlich wird Woche für Woche die Runde kleiner, denn es heißt "Nur eine kann den Werbevertrag mit C&A gewinnen. Nur eine kann Germany's Next Topmodel werden." In erster Linie ist GNTM meiner Meinung nach sehr unterhaltsam: Eine Sendung über Mädchen, die Tag und Nacht zusammenhocken und ihre "Freundinnen" gleichzeitig als Konkurrenz betrachten müssen. Das ist schon eine außergewöhnliche Situation und ständig vergleiche ich, wie ich an deren Stelle auf Konflikte diverser Art reagiert hätte. Zweitens fördert es die Gemeinschaft mit meinen Freundinnen, mit denen ich regelmäßig die Folgen zusammen gucke. Allerdings muss ich aber auch kritisch mit mir selbst sein: Denn ich stelle fest, dass mindestens zwei Stunden meines wertvollen Donnerstagabends für eine Sendung drauf gehen, die mich dann auch noch total prägen. Im Ernst, ich merke, wie ich mich bei jeder Staffel wieder neu und viel mehr auf mein Aussehen konzentriere. "Wie sehe ich heute aus?" - "Och nee, ich werde dicker!" - "Die Beine von der Frau, die mir in der U-Bahn gegenübersteht, sehen ja viel toller aus als meine!" Spätestens, wenn ich meinen langen Flur entlang stolziere und mir im Hintergrund Bruce Darnell vorstelle, wie er mich mit "Mehr Drama, Baby!" anfeuert, weiß ich: Du bist total GNTM-geschädigt! Und ehrlich gesagt glaube ich, dass das noch mehr jungen Menschen - und wohl vor allem Mädchen - wie mir geht. Dabei darf ich nicht vergessen, dass ich ein gesundes Selbstbewusstsein und die Bedeutung wahrer Schönheit nicht bei Bruce, sondern bei Gott erlernen darf! Denn Gott hat mir Schönheit zugesprochen, in dem er - voller guter Gedanken über meine Persönlichkeit - mich schuf. Und außerdem hat er noch vor, mich viel schöner zu machen - und zwar im Herzen! Immerhin ist es Gott so wichtig, dass er Gebote dazu verfasst hat: Gott wünscht sich von uns Menschen mit ganzem Herzen, ganzer Hingabe und ganzem Verstand geliebt zu werden und wünscht sich von uns, dass wir unsere Mitmenschen so sehr lieben wie uns selbst (vgl. Matthäus 22, 34-39). Bei dem Laufstegtraining mit Gott will er uns also das Lieben beibringen. Gott meint, dass ein offenes Ohr oder eine helfende Hand sicher wertvoller sei als ein "Mann, sieht die hübsch aus!" Mit unseren in Liebe gegründeten Taten können wir ein echter Segen werden! Wenn sich das nach Schönheit anhört. Ein ermutigender Vers in der Bibel für uns Mädchen lautet: "Der wahre Schmuck der Frauen ist es, Gutes zu tun." (1. Timotheus 2,9 aus "Hoffnung für Alle") Was ist nun das Resultat? GNTM adé? Nicht unbedingt! Trotzdem ist es mir ein Anliegen, die Augen für "Risiken und Nebenwirkungen" zu öffnen. Bei gegebenenfalls schon eingetretenen Nebenwirkungen wie Minderwertigkeitskomplexen oder verstärkter Suche nach Anerkennung mag das altbewährte Mittel aus Psalm 139 helfen: "Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast - das erkenne ich." Egal, ob Bruce ein erfolgreiches Laufstegtraining mit mir auf meinem langen Flur abgeschlossen hat oder nicht: Gott hat mich wunderbar gemacht, mindestens genauso wie alle Tomodels, die es jemals gibt! |
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