Jumpstyle
Ein in letzter Zeit immer häufiger zu beobachtendes Phänomen auf den Straßen, vor Supermärkten und in Parks hat mich neugierig gemacht: merkwürdig im Takt zu lauter Technomusik herumhüpfende Jungs und Mädels - Jumpstyler!
Ganz irritiert musste ich feststellen, dass ich da wohl was verpasst hatte. Schnell fragte ich meinen jüngeren Bruder, was es damit auf sich hat. Er berichtete mir, dass er selbst Freunde hat, die sich Jumpstyler nennen und dass er sich auch darin übt. Dann zeigte er mir sogar ein paar Jumps.
Erstes Rechercheergebnis: Ich lebe völlig am Trend vorbei!
Nachdem ich diesen Schock dann verdaut hatte, durchforstete ich die Weiten der Internetplattformen und stieß auch prompt auf diverse Jumpstyle-Videos. Entweder allein oder zu zweit, sogar in größeren Gruppen präsentieren sich vor mir diverse Jumper mit ähnlich aussehenden Performances.
Beim Tanzen werden die Beine abwechselnd nach vorn und nach hinten geworfen. Oft tanzen die Leute synchron im sogenannten Duo Jump oder gegenüber und dann werden die Beine auch schon mal bewusst aneinander gestoßen - Duo Kick. In größeren Gruppen ist eher Freestyle angesagt. Wobei auch hier oft eine Choreographie vorgegeben wird. Berühren ist verpönt, es sei denn gewollt.
Für den richtigen Sound sorgen Songs mit 140 bis 150 bpm (beats per minute). Ein Label, das schon in den 90ern passende Hymnen rausbrachte, ist Bonzai Jumps (Bonzai Records) mit "Dream your Dream - Belgium Jump"; "Thunderball 2 - It's your DJ". Ein Forum im Internet macht deutlich, dass heutige Songs von Scooter in der Szene nicht gern gesehen sind, da die Band Jumpstyle zu kommerzialisieren scheine. Man möchte wohl gern unter sich bleiben, folgere ich daraus.
Seinen Ursprung hat Jumpstyle möglicherweise in der Technoszene von Chicago. Jumpstyle findet heute großen Zuspruch in den Niederlanden, Belgien, Nordfrankreich, in Nordrhein-Westfalen und Österreich. Man unterteilt den Style in drei Unterkategorien: Belgian Jump (normaler Jump), French Tek (der aus Frankreich stammende Jumpstyle, auch bekannt unter Industrial Jump - meist ab 150 bpm) und Hard Jump (sehr minimal gehaltene Melodie).
Okay, da hab' ich also mal wieder was dazugelernt. Die Frage ist nur: Will ich diesem Trend folgen?
Egal ob ja oder nein, ein Hingucker sind die Jumpstyler auf jeden Fall. Und deshalb gebe ich euch nicht nur den Tipp, mal auf www.jumpstyle-hamburg.de.tl zu schauen, sondern wir haben hier auch ein Video für euch:
Bettina Heusmann