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Eine Reise nach Kairo: Das Reisetagebuch von Tibby (Teil 2)

Mein zweiter Tag in Kairo ist ein Freitag. Das ist der Sonntag der Muslime. Deswegen haben viele Läden am Morgen geschlossen. Auf der Straße sitzen Männer auf Teppichen, ihre Schuhe haben sie ausgezogen. Sie lauschen einer Predigt und beten zusammen. Frauen, die beten, sieht man natürlich nicht.
                                                               
Das nationale ägyptische Museum hat trotz des Freitages offen. Dorthin bin ich nämlich unterwegs. Es ist meine erste Tour, die ich alleine durch die Stadt unternehme. Und die vielen Männer, die am Wegrand stehen, machen mich unsicher. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als eine Sonnenbrille aufzusetzen, grimmig zu gucken und einfach weiter zu marschieren.

Es gibt auch viele Soldaten, die mit ihren Maschinenpistolen am Wegesrand sitzen. Auch das ist für mich ungewohnt. Ist die Gefahr hier so groß? Meine Eltern machen sich zuhause ein wenig Sorgen, mein Bruder schickt mir die aktuellsten Terrormeldungen. Aber an sich fühle ich mich sehr sicher, es gibt keine Betrunkenen und auch nachts sind so viele Menschen unterwegs, dass man nichts befürchten muss. Nicht umsonst ist Kairo eine der sichersten Städte der islamischen Welt.

Nur beim Straßenverkehr frage ich mich, wie lange ich überleben werde. Der ist nämlich nichts für schwache Nerven. Ampeln gibt es nicht und wenn, hält sich niemand daran. Wenn man eine sechsspurige Straße überqueren will, muss man einfach losgehen. Zum Glück sind die ägyptischen Autofahrer das ja gewohnt und weichen gekonnt aus.

Nach kurzer Zeit geht mir aber auch das Gehupe im Straßenverkehr auf die Nerven. Die Ägypter hupen nämlich nicht nur bei Gefahr. Wenn man im Stau steht und nichts mehr geht, wird gehupt. Wenn man die Spur wechseln will, wird gehupt. Wenn jemand vor einem bremst, wird gehupt. Und wenn man eine westliche Frau sieht, wird auch gehupt. Vor allem die Taxis machen so auf sich aufmerksam.

 

Zum Glück gibt es auch andere Seiten in Kairo. Zum Beispiel das Kino, das erstaunlich sauber und westlich ist. Dort schaue ich mir mit meiner Freundin Avatar an. Um uns herum sitzen Familien, verliebte Pärchen, genau so, wie es in Deutschland ist. Nur, dass die Hälfte davon ein Kopftuch trägt...


Tabea Fürst

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