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Ein wahrer Hurricane im Kreise der Familie

Kürzlich rockten Switchfoot im Rahmen ihrer „Hello Hurricane“-Tour im Hamburger Knust. Caro vom [tru:]-Team war dabei! Das hat sie erlebt:

Als ich ins Knust kam, einem kleinen Club in Hamburg, dachte ich als erstes: „Das kann eng werden heute Abend!“ Das wurde es dann auch, was allerdings nicht heißt, dass das Konzert dadurch zum Negativ-Erlebnis wurde. Ganz im Gegenteil: Durch die Enge konnte ich meine Nachbarn besonders gut kennenlernen und es kam Superstimmung auf. Okay, es war recht heiß, aber so ist bei Rockkonzerten nun mal. Da gehört es einfach dazu, verschwitzt nach Hause zu gehen!

Doch der Reihe nach: Nachdem sich der Raum vor der Bühne auf zwei Ebenen gefüllt hatte und die Vorband ihr letztes Lied zum Besten gab, wuchs die Anspannung unter den Besuchern. Dann war es endlich soweit: Vier Jungs traten auf die Bühne und begannen „Needle And Haystack Life“ zu spielen.

Gejubel. Doch Moment mal, nur vier Jungs? Wo war der Fünfte?

Da war er: Frontman Jon Foreman, inmitten von Fans auf der zweiten Etage, singend über das Geländer gebeugt. Und als wäre das nicht genug, ging er während des Songs durch die Menge zur anderen Seite des Geländers und zeigte sich dort akrobatisch.

Das Ende des Songs nahte und ich wusste: Er muss an mir vorbeigehen, wenn er gleich auf die Bühne will. Ich stand schließlich am Fuß der Treppe, die nach oben führte.

So war es dann auch: Jon sprintete an mir vorbei, nahm auf dem Weg noch den Hut vom Kopf eines Mädchens und warf ihn kurz darauf von der Bühne aus zurück.

Dieser Einstieg ins Konzert gefiel mir schon mal! Er passte perfekt zur kleinen Clubatmosphäre: hautnah, persönlich und familiär!

Kurz Luft geholt und schon ging es rockig weiter! „Mess of Me“ war der nächste Track. Das brachte die Menge so richtig zum Toben und klang live noch wesentlich besser als auf der Platte! Sänger Jon Foreman zeigte sich dabei immer wieder publikumsnah und stieg auf die Absperrungen, um seine Fans berühren zu können.

Heiß, heiß, heiß und es wurde immer heißer. Menschenmassen sprangen und brachten die Bude zum Kochen. Alle sangen textsicher mit und jedes Gesicht strahlte vor Freude.Noch ein paar Rocknummern, bis die erste Ballade die Menge etwas beruhigte. Ich musste bei „Yet“ feststellen, dass die Jungs aus den Staaten neben ihrem guten Aussehen auch noch andere Qualitäten besitzen: Jeder von ihnen beherrscht mindestens zwei Instrumente. Mit Trommel, Rassel und stimmigen Gesang klang das ganze Stück unverfälscht schön.

Mein Favorit des Abends war dennoch „Your Love is a Song“, auch etwas ruhiger. Das ging live so richtig ins Herz! Vor allem die Lyrics sind überwältigend. Sie handeln von der unendlichen Liebe Gottes an uns und aus Jon’s Mund klingen sie doppelt wahr!

Bei Switchfoot habe ich das Gefühl, dass sie das, was sie singen und spielen, auch wirklich ernst meinen!

Natürlich spielten Jon, sein Bruder und Bassist Tim, Drummer Chad Butler, Keyboarder Jerome Fontamillas und Gitarrist Drew Shirley nicht einfach ihre Songs der Reihe nach runter. Sie gaben alles, was sie hatten, und Jon Foreman klebten die langen Haare schon nach kürzester Zeit im Gesicht. Zwischendurch kündigten die Jungs ihre Lieder an, heizten sie das Publikum auf, das jedoch auch so schon brannte! 

Nach seinem Lob „I love you, Germany!“ fügte der Frontman noch was dazu: nämlich, wie schön es sei, in Hamburg in dieser kleinen Location zu spielen, in der alle zu einer großen Familie zusammenwachsen!

Bei „Hello Hurricane“ ging’s dann wieder richtig ab! Die Melodie lässt mich immer wieder vom Sommer träumen. Sie unterstreicht noch einmal das Surfer-Image der fünf Jungs. Chad Butler wurde von seinen Bandkollegen am Konzertabend als einer der besten Surflehrer vorgestellt, der uns Deutschen das Surfen beibringen sollte… irgendwann einmal.

Ältere Schinken wie „Oh Gravity“ oder „Dare you to move“ durften natürlich nicht ausgelassen werden, so wurde der Auftritt zu einer runden Mischung.

Ein bisschen Geheimwissen: Trotz Songliste (die ich sehen konnte, da ich direkt neben der Bühne stand) hat die Band improvisiert. Als die Liste bereits zu Ende war, folgten nämlich noch drei weitere Lieder, bis es schließlich zur Zugabe kam.

Das Publikum war sichtlich begeistert und viele Besucher stürmten direkt nach dem Konzert den Verkaufsstand, um sich mit T-Shirts und CDs einzudecken.

Mein Fazit: Switchfoot live lohnt sich und ist das Eintrittsgeld auf jeden Fall wert!

 

Caro Schmidt

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