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Visual Kei – Normal ist, was anders ist

Japan - Land der Schuluniformen und hochdisziplinierter Arbeitskräfte. Viel Raum für Individualität bleibt da selten. Kein Wunder, dass die Japaner in ihrer Freizeit und insbesondere in der Musikszene gern einmal aus der Reihe tanzen!

Visual Kei nennt sich der Style der Musiker aus der Independent-Szene. Übersetzt heißt das soviel wie „visuelle Gruppe“. Die Visual Kei- oder auch Visual-Rock-Szene hat ihren Ursprung in Japan.

Schon Mitte der 80er Jahre begründete die Band X-Japan den Kleidungsstil, der fast ein bisschen an Transsexualität erinnert. Denn obwohl die meisten Bands nur männliche Mitglieder haben, wird an Kajal-, Lippenstiften und sonstiger Schminke nicht gespart.

Auch bei der Bekleidung ist alles erlaubt, was das Herz begehrt. Bunte Federn und Männer in Frauenkleidern. Normal ist, was anders ist.

Angst vor Beschimpfungen als Transe müssen die japanischen Rock- und Popmusiker übrigens nicht haben. In dieser Szene gilt Androgynität, das Mixen männlicher und weiblicher Kennzeichen, sogar als Schönheitsideal!

Dementsprechend gern eifern die Fans des Japan-Rock ihren Idolen denn auch nach. Was die Japaner damit bezwecken wollen? Anderssein natürlich und vor allem: schockieren!

Nachdem es diesen außergewöhnlichen Style bis vor kurzem fast ausschließlich in Japan zu sehen gab, schwappt die Visual-Kei-Welle allmählich auch nach Europa über. Sänger Bill von Tokio Hotel und seine Fans sind zumindest ein gutes Indiz dafür. Auch gibt es schon erste deutsche Fanclubs und Foren des Visual Rock.

Bleiben wir gespannt, ob man auch bei uns Männlein und Weiblein auf der Bühne und Straße bald kaum noch unterscheiden kann!

Franziska Bigalke

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