Der [tru:]-Musik-Tipp
Wir wünschen einen angenehmen Flug in den Pophimmel
Willkommen auf dem Flug der Maschine FL-191 von Berlin bis zum Pophimmel. Bevor wir in etwa fünf Minuten mit der Band Radiopilot abheben, beachten sie bitte folgende Sicherheitsanweisungen unserer Crew:
Vergewissern sie sich, dass ihr Handgepäck sicher unter dem Vordersitz und Äpfel, Fahrräder und andere Utensilien aus den Liedern von Radiopilot im Gepäckfach über ihrem Sitz verstaut sind. Dieses Flugzeug hat acht Notausgänge. Sie sind mit dem Wort „die Band live erleben“ gekennzeichnet: zwei vorne, vier im Fanbereich, zwei im hinteren Bereich. Noch ein Hinweis: die Notausgänge können jederzeit benutzt werden - sozusagen als Konzerteingang.
Den Weg zu den Bandmitgliedern Lukas, Rafael, Florian, Benjamin und Christoph zeigen ihnen die Leuchtmarkierungen am Boden. Schließen sie ihren Sicherheitsgurt immer, wenn das Zeichen „Musik“ leuchtet. Durch einen einfachen Handgriff lässt sich der Gurt rasch wieder zum Tanzen öffnen. Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir ihnen, auch während des Fluges angeschnallt zu bleiben und die Kopfhörer dort zu lassen, wo sie hingehören: auf den Ohren! Im Falle eines „Nichtmögens der Musik“ werden Sauerstoffmasken über Ihrem Sitz automatisch herausgeklappt. Ziehen sie eine Maske zu sich herunter und befestigen sie diese mit dem Gummiband über Mund und Nase. Die sonst zur Standardeinrichtung gehörenden Kotztüten in der Sitztasche ihres Vordersitzes haben wir entfernt. Stattdessen finden sie dort das Video zur Single „Fahrrad“, das sie so oft sehen können, bis sie die Gitarrenriffs auswendig können.
Entsprechend den internationalen Sicherheitsvorschriften legen wir gleich das Demotape von Radiopilot ein. Der Pilot und die gesamte Crew wünschen ihnen einen angenehmen musikalischen Flug! Zum Schluss noch ein Hinweis: Handys und andere elektronische Geräte sind während des gesamten Fluges bis zum Erreichen der endgültigen Parkposition am Zielflughafen anzulassen, um Freunde und Bekannte zu benachrichtigen.
Als das Flugzeug das Okay vom [tru:]-Tower zum Start bekommen hat, ertönt aus den Lautsprechern und Kopfhörern schon die zweite Strophe aus dem Lied „Fahrrad“:
Du atmest aus, du atmest ein
Aus Oxygen wird CO2
Musik wird Polykarbonat
Direkt vom Ziel kommst du zum Start…
Das Flugzeug liegt gut in der Luft. Die nichtvorhandenen Turbulenzen sind darauf zurück zu führen, dass anstatt von Kerosin ein Gemisch aus melodischem Gitarrenpop bei Radiopilot verwendet wird. Und dass im Cockpit ein Radar fehlt, ist beabsichtigt. So bewahrt sich die Band die nötige Unabhängigkeit und die nötige Distanz zum Business. Denn für die fünf Jungs ist es wichtig, mit der Musik auszudrücken, was sie wollen. Zu spielen was sie denken und zu sagen was sie glauben. Damit polarisieren sie. Das ist auch gut so, sonst würde die Band schnell über den Wolken im Einheitsbrei verschwinden.
Ach ja: Einen wichtigen Hinweis hat unsere Purser-Stewardess am Anfang vergessen: Kreischen ist während des ganzen Fluges erlaubt! Nicht weil die Band samt Musik abstürzen wird, sondern weil sie wie eine Aircondition cool sind.
Friederike Zempel
Die Demo-EP „ 1.21 Gigawatt“ könnt ihr auf der Homepage www.radiopilot.de runterladen.
Der Flugplan für die kommenden Monate sieht wie folgt aus:
12.04.2008 Elmshorn, Nacht der Gix
03.05.2008 Weißenfels, Kneipennacht
10.05.2008 Senftenberg, Seefestival
11.05.2008 Dresden, EVA 2008
12.05.2008 Hamburg, Hafengeburtstag
18.05.2008 Dortmund, FZW
21.05.2008 München, Backstage
24.05.2008 Wesel, Heubergpark
28.05.2008 Greifswald, Mensa der Uni
29.05.2008 Bad Segeberg, Antikschuppen
30.05.2008 Bad Segeberg, Antikschuppen