1% Prozent Inspiration
Erst hießen die Jungs „Mannafest“, dann „Edison“ und jetzt „Edison Glass“. Doch vielleicht hätte die Band lieber bei ihrem alten Namen bleiben sollen, denn der Name „Edison Glass“ könnte kontroverser nicht sein und lenkt von dem neu erschienenen Album „Time is Fiction“ ab.
Das Gerücht, dass Thomas Alva Edison auch „das Licht aufgegangen“ ist, hält sich hartnäckig. Es ist aber nicht wahr, dass er der Erfinder der Glühbirne ist. Richtig hingegen ist, dass Edison dank seiner zahlreichen anderen Erfindungen vom Tellerwäscher zum Millionär aufstieg. Er erfand unter anderem die Glühlampenfassung, den Phonografen und den elektrischen Stuhl. Und das obwohl Edison ein Gegner der Todesstrafe war.
Die andere Persönlichkeit, aus dem sich der Bandname „Edison Glass“ zusammensetzt, ist Philip Glass. Der US-amerikanische Musiker gilt als bedeutendster Komponist der Minimal Music und Unterstützer des tibetischen Freiheitsstrebens. Minimal Music hebt alle bestehenden musikalischen Gesetze wie Harmonie und Tonalität auf. Die Musik ist geprägt von asiatischen und afrikanischen Klängen.
Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können! Während Philip Glass auf Musik steht, konnte sich Thomas Alva Edison mehr für Technik begeistern. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass er sein Leben lang schwerhörig war. Aber das war Beethoven bekanntlich auch und waren nicht beide (Edison und Beethoven) genial? Das Geheimnis der Genialität soll Edison so beschrieben haben:
„Genialität besteht zu 1 % aus Inspiration und zu 99% aus Transpiration“.
Joshua, Josh, Joe und James müssen ein gutes Deo haben. Ihr aber auch! Denn die christliche Band aus Long Island weiß, wie ihr ins Schwitzen geratet. Ein eigener Sound, der gleichzeitig sanft und verletzlich, sowie rockig und selbstbewusst klingt. Eingängig ist auch die Stimme von Joshua Silverberg, der dem Sound die nötige Identität gibt. Vor allem gleich das erste Lied „Let go“ ist ein Feuerwerk für die rockigen Sinne. Ein Lied mit ausgefallen Gitarrenriffs, das einen gleich zur Luftgitarre greifen und mit der Haarbürste mitsingen lassen. Bei dem guten Sound vergisst man auch ein wenig den kontroversen Namen. Die Antwort auf die Frage, wie man auf so einen Namen kommt, bleibt allerdings abzuwarten.
Abwarten muss man leider auch in Deutschland das Erscheinen des Albums „Time is Fiction“. Aber warten ist für uns ja nicht schwer, wo doch jetzt die Fastenzeit angebrochen ist.
Friederike Zempel
Die CD „Time is Fiction“ ist bei Credential Recordings erschienen und gibt's bei amazon.de zu kaufen