Tja, gute Frage - einen richtigen "Sommerhit 2008" hab’ ich dieses Jahr gar nicht…
The Ting Tings höre ich viel, die machen mir gute Laune. Ein Hit in diesem Sommer, wenn auch nicht DER Hit, ist für mich Thomas Godoj.
Ich muss allerdings vorweg nehmen, dass ich von Shows wie Popstars oder Deutschland sucht den Superstar völlig unberührt bin – ganz einfach, weil ich seit sechs Jahren so gut wie gar kein Fernsehen mehr schaue und meinen Bedarf lediglich zwischendurch online decke. Und zwar guck’ ich mir das eine oder andere bei Youtube an – um zumindest etwas mitreden zu können. Dort bin ich vor wenigen Wochen auf diesen Einzelkämpfer gestoßen, hab’ ich mir in einem Rutsch die letzte Staffel oder zumindest die Auftritte und Interviews dieses jungen Mannes mal angesehen.
Es gibt kein spezielles Lied von ihm, das ich jetzt sofort haben müsste. Er hat einfach eine super Stimme und sieht gut aus. Dieser "düstere Rock", den er mit seiner vorherigen Band WINK gespielt hat, deckt nicht meinen Musikgeschmack. Ich war auch auch als Teenie nie ein Groupie, der für sich irgendwelche Idole aus dieser Szene zu "Halbgöttern" erhebt. All das lässt mich unbeeindruckt, auch wenn ich ihm sein musikalische Können, sein Talent nicht absprechen möchte. Als ich nun aber das Ganze auf Youtube verfolgt habe, war ich fasziniert, wie ein Mensch es schafft, trotz des ganzen Medienrummels so sehr er selbst zu bleiben.
Auch als Christ muss ich mich immer wieder in bestimmten Situationen erinnern, demütig anderen Menschen zu begegnen. Doch da steht jemand, der seine ganze Leidenschaft in die Musik legt und dem es nicht um den Medienrummel zu gehen scheint, sondern darum, seinen Traum zu verwirklichen und seine Leidenschaft leben zu dürfen und sich davon auch noch ernähren zu können.
Ich weiß nicht, ob dieser Künstler Christ ist oder woran er glaubt - aber er scheint einen starken Glauben in sich zu tragen. Er glaubt an seine Musik, auch wenn dieser Glaube ihn schon das eine oder andere Mal gebrochen zu haben scheint, weil er bis zur Selbstaufgabe alles auf diese Karte gesetzt, es aber nicht geschafft hat. Gibt er Interviews, erkenne ich in ihm einen Menschen, der anscheinend viel durchgemacht hat.
Ich ziehe meinen Hut davor, wie viel Stärke dieser Mensch beweist. Sich selbst treu zu bleiben, sich bei all dem Medienspektakel nicht verfärben zu lassen – alle Achtung!
Ich wünsche ihm, dass es auch künftig so bleibt. Ich befürchte, viele Künstler merken es nicht einmal, wenn sie plötzlich auf der Erfolgswelle-Überholspur-Karriereleiter die ersten Sprossen erklimmen und dabei den Kopf gleich ein wenig höher auf ihren Schultern tragen.
Thomas Godoj hat in dieser - wie ich finde - oberflächlichen Medienproduktion DSDS meines Erachtens ein Zeichen gesetzt. Ich denke, er ist eine große Ermutigung für viele, ihre Träume zu verwirklichen und einfach dran zu bleiben. Ich finde, das ist der Hit! Der Sommerhit 2008 ist für mich also weniger ein bestimmtes Lied, sondern in diesem Jahr der beachtliche Weg eines einzelnen Musikers.
Lieben Gruß, Constanze