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"Gott überrascht mich immer und überall"

Die 1993 gegründete christliche Band „Extol“ aus Norwegen ist bekannt für ihren bravourösen und professionellen progressiven Metal. Sie klingen einfühlsam melancholisch, aggressiv, absolut einzigartig und vor allem hoffnungsfroh. Ihr Markenzeichen sind anspruchsvolle und emotionale Lyrics, die den Hörer noch lange bewegen. Aktuell besteht die Band aus Peter Espevoll (Gesang), David Husvik (Schlagzeug), John Robert Mjaland (Bass), Tor Magne Glidje (Gitarre) und Ole Halvard Sveen (Gitarre). Wir hatten die Ehre Peter Espevoll zu interviewen. Lest selbst.

[tru:] Hallo Peter, was ist deine Lieblingsbibelstelle?
Peter: Eine wirkliche Lieblingsbibelstelle habe ich nicht. Die Psalme und die Geschichten über König David mag ich sehr gerne. Das neue Testament mit den Briefen von Paulus, die sich mit der Gnade Gottes beschäftigen, aber genauso. Gottes Barmherzigkeit und seine Gnade ziehen sich durch die Bibel wie ein roter Faden.  Deswegen ist es für mich enorm wichtig, die Bibel als Ganzes zu betrachten.

[tru:] Was hat die Bibel für eine Bedeutung in deinem Leben?
Peter: Dazu fällt mir eine Geschichte ein: Als ich vielleicht 14, 15 Jahre alt war, ist die Jugendgruppe unserer Gemeinde nach Weißrussland gefahren. Am Anfang der Apostelgeschichte steht, dass der Heiliger Geist über Dich kommen wird, über Jerusalem und über die ganze Welt. Mit diesen Versen in unseren Herzen fuhren wir nach Weißrussland und dort sind tatsächlich unglaubliche Dinge passiert. Wir konnten wirklich spüren, dass der Heilige Geist wirkte und die Leute berührte.
Dort habe ich auch für einen russischen Verbrecher in einem Gefängnis gebetet. Dieser Typ war riesig und am ganzen Körper mit Tattoos übersät. Ich war damals erst 15 Jahre alt, legte meinen Arm auf seinen Ellbogen und betete für ihn auf norwegisch. Er hat natürlich nichts verstanden, aber der Heilige Geist war dort. Dieser kräftige Mann fing an zu weinen und es war nicht meinetwegen, denn er konnte mich ja nicht verstehen und für mich ist klar, dass das nur der Heilige Geist bewirken konnte.
Diese Bibelstelle aus der Apostelgeschichte hat mich stark berührt.

[tru:] Was magst du besonders an Gott?
Peter: Ich kann es nur wiederholen, seine Gnade, dass ich jeden Tag wieder aufwachen darf, dass ich weiß, dass alles aus meiner Vergangenheit von ihm bereinigt ist, alle Fehler von gestern und auch heute. Ich darf jeden Tag als ein neuer Mensch erleben, durch das was Jesus für mich getan hat und ich schätze mal, dass genau dieser Teil das Besondere an Gott ist. Alles an Gott ist fantastisch.

[tru:] Hast Du das Gefühl, dass Gott dich überrascht?
Peter: Ja und zwar ziemlich häufig. Ich versuche mal ein Beispiel zu finden.
Manchmal glaubt man das Leben zu verstehen und die Antworten auf Alles zu kennen.
Man glaubt mit seinem Menschenverstand den richtigen Weg gefunden zu haben. Doch Gott überrascht Dich mit einer ganz anderen Richtung und zeigt einem so, dass er nicht menschlich denkt und unberechenbar ist.
Ich denke, dass Gott mich immer und überall überrascht und finde es gut, dass wir nicht über Alles Bescheid wissen, was vor uns liegt. Auf diesem Weg lässt er unseren Glauben wachsen.

[tru:] Ihr seid jetzt bei dem Label „Century media“ unter Vertrag. Was erhofft ihr euch aus dieser Zusammenarbeit?
Peter: Wir haben jetzt zwei Alben über Century Media veröffentlicht. Wir hoffen, dass sich durch diese Zusammenarbeit ein neuer Markt eröffnet und unsere Band bekannter wird. 
Wir werden versuchen weiterhin gute Musik zu machen und hoffen dabei auf die Unterstützung von Label, Management und Co. Alle werden ihr Bestes geben.

[tru:] Norwegen ist berühmt für Black-Metal-Bands. Ihr aber gebt eine christliche Botschaft weiter. Gab es da schon mal irgendwelche unliebsamen Zwischenfälle?
Peter: Die meisten Metal-Bands sind echt in Ordnung und nett.
Bei manchen Shows habe gibt es natürlich Menschen, die stört unsere christliche Frömmigkeit, aber solche Menschen trifft man überall. Manchmal fliegen auch Bierflaschen, oder Metal-Fans stehen während der gesamten Show mit erhobenen Stinkefinger vor uns. Aber das ist alles harmlos, wir begegnen solchen Typen mit Handküssen. Die meisten Metal-Fans sind aber gut drauf.

[tru:] Habt ihr Visionen oder Ziele?
Peter: Natürlich wollen wir musikalisch neue Wege einschlagen und neue Einflüsse für unsere Musik aufnehmen. Wir wollen auch mehr CDs verkaufen und dem Menschen Gott näherbringen, dass ist eigentlich auch unser Hauptziel. „Extol“ steht dafür, neue Wege einzuschlagen und auf allen Gebieten zu wachsen und zu reifen.

[tru:] Extol hat viele hingebungsvolle Fans. Was denkst Du über diese?
Peter: Sie sind echt cool. Erst gestern bei unserm Auftritt waren wieder eine Menge Fans. Es begeistert mich zu sehen, wie sie unsere Texte mitsingen und mit der Musik mitgehen. Wir finden das bemerkenswert und gerade wegen unsern Fans, können wir mit unsrer Musik weitermachen. Das ist echt großartig und wir lieben unsre Fans.

[tru:] Wie stellst du dir den Himmel vor?
Peter: Das ist eine schwierige Frage. So richtig kann ich mir das nicht vorstellen. Ich denke, dass es wunderschön wird, mit viel Musik. Vor allen Dinge aber werde ich Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, ich weiß noch nicht wie es sein wird, aber ich glaube, dass wir endlich innerlich erfüllt sind.

[tru:] Wie erklärt Ihr Eure Musik und die christliche Botschaft die sich darin verbirgt?
Peter: Ich kann Menschen verstehen, die unseren Stil nicht mögen, andere Länder andere Sitten. Gott steht bei uns im Mittelpunkt, er ist der Schöpfer aller Dinge, der uns mit dem Talent beschenkt hat, diese Musik überhaupt machen zu können. Wir wollen ihn mit unserer Musik ehren und ihn anbeten. Wenn Menschen damit Probleme haben, dann ist das in Ordnung, aber uns ist es wichtig die frohe Botschaft weiterzugeben.
 
[tru:] Was war das Peinlichste, was Du auf der Bühne erlebt hast?
Peter: Bei einem Auftritt in Texas letzten Sommer, haben wir vor der Show mexikanisch gegessen. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was dann passiert ist. Nach drei Liedern musste ich von der Bühne, weil das Essen wieder raus wollte. Hinter der Bühne gab es keine Toilette, ich musste durch die Zuschauer laufen, um im Eingangsbereich auf die Toiletten zu kommen. Für ganze 10 Minuten war ich auf der Toilette verschwunden, mir ging es echt dreckig. Als ich zurückkam, haben die Zuschauer gelacht, es war schon lustig aber natürlich auch peinlich für mich.

Die CD „The Blueprint Dives“ gibt es bei http://www.haenssler.de  für 18,95 Euro

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