Aus teensmag 5/09 - teensmag.de
Nix in der Tasche?
Wie gut, dass einer zahlt.
Jesus über seine Einladung an alle
Schon etwas älter, aber immer noch hochinteressant, was uns da zugesteckt wurde: ein Interview mit dem auferstandenen Jesus von Nazareth, das vor knapp 2000 Jahren geführt wurde. Nein, natürlich nicht in echt – aber das, was Jesus antwortet, hat er zum Teil wortwörtlich gesagt. Woher wir das wissen? Steht in der Bibel ...
Vor mir sitzt ein Mann Anfang 30. Sein Gesicht ist braun gebrannt und voller Lachfalten. Er hat große, starke Hände mit einigen Blasen an den Fingern, woran man sehen kann, dass er in einem handwerklichen Beruf (1) tätig ist. Er wirkt ausgeglichen und gelassen und scheint das Leben in vollen Zügen zu genießen. Vier Monate habe ich auf einen Termin für ein Interview warten müssen und jetzt endlich ist es so weit. In der Zwischenzeit ist so einiges passiert.
Dieser Mann, der da vor mir sitzt, hat in den letzten Monaten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Er hat Lahmen befohlen aufzustehen und zu laufen (2), er hat Blinden einen mit Spucke gemischten Brei auf die Augen gestrichen und sie konnten wieder sehen (3), er hat mit fünf Broten und zwei Fischen 5000 Leute satt gemacht (4) und erst vor kurzem hat er das Grab eines vor vier Tagen gerstorbenen Mannes öffnen lassen und den Toten wieder lebendig gemacht (5).
Und zu guter Letzt hat man ihn vor einigen Wochen wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Man hat ihn nach römischer Art wie einen Schwerverbrecher hingerichtet. Doch er war nicht totzukriegen und tauchte enige Tage später wieder auf! Ich war sehr skeptisch, was es mit diesem Mann auf sich hat. Es musste doch irgendeine logische Erklärung für alles geben. Die Bevölkerung des Landes ist gespalten: Manche sagen, er sei ein Prophet (6) und er selbst behauptet tatsächlich, der Sohn Gottes zu sein (7). Aber eigentlich war er nur der Sohn eines Zimmermanns, aus einem kleinen Dorf namens Bethlehem. (8) Nun sitzt er also vor mir und ich nutze die Gelegenheit, der Sache auf den Grund zu gehen:
Du behauptest also, der Sohn Gottes zu sein. Warum sollte das irgendjemand glauben?
Keiner muss mir das glauben. Aber ob du es glaubst oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, dass ich es bin. Und wenn ihr schon meinen Worten nicht glaubt, dann glaubt doch wenigstens meinen Taten (9)! Wenn ich nicht der Sohn Gottes bin, wie könnte ich denn dann all diese Wunder vollbringen? Wenn das, was ich tue, nicht die Taten meines Vaters sind, braucht ihr mir nicht zu glauben. Sind sie es aber, dann solltet ihr wenigstens diesen Taten glauben, wenn ihr mir selbst schon nicht glauben wollt. An ihnen müsste euch doch aufgehen, dass der Vater in mir lebt und ich im Vater lebe (10).
Wenn du tatsächlich der Sohn Gottes bist, warum hängst du dann immer mit den verrufenen Menschen dieser Stadt rum? Andauernd liest man von Skandalen. Du gehst mit Huren zu Burger King und lädst den Finanzamt-Prüfer (11) zu dir zum Essen ein. Du schadest doch deinem eigenen Ruf!
Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, solche Menschen in Gottes neue Welt einzuladen, bei denen alles in Ordnung ist, sondern solche, die Gott den Rücken gekehrt haben. (12) Ich hab’ was gegen Leute, die selbstgerecht und hochmütig sind und bin gerne mit Menschen zusammen, die sich ihrer Unvollkommenheit bewusst sind und die sich nach Gottes Vergebung sehnen und danach, dass Gott mit ihnen barmherzig ist. Ich gehe dorthin, wo ich mit offenen Armen empfangen werde.
Nehmen wir zum Beispiel die Geschichte von Anfang des Jahres: (13)
Da war ich beim Oberstudienrat Simon zu Besuch. Aber zur Begrüßung hat er mir nicht, wie sonst üblich, die Füße gewaschen und er hat mir kein Öl für meinen Kopf gegeben. Aber dann kam diese Prostituierte und sie wusch meine Füße mit ihren Tränen, trocknete sie mit ihren Haaren, küsste sie und salbte sie mit Öl. Für Menschen wie sie bin ich gekommen. Denn nur wem seine Schuld bewusst ist, der wird dankbar für die Vergebung sein. Und ob das meinem Ruf schadet oder nicht, ist mir eigentlich ziemlich egal.
Okay. Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Du wurdest vor einiger Zeit zum Tode verurteilt und hingerichtet. Und jetzt siehst du, mal abgesehen von diesen Löchern in deinen Händen, wieder recht lebendig aus. Wie kommt das? Warum das alles?
Oh, das ist eine längere Geschichte, aber ich will gerne versuchen, es zu erklären: Von Anfang an war das meine Mission. Ich hatte ja schon des Öfteren angekündigt, dass man mich umbringen wird. Vielleicht erinnerst du dich an die eine Rede, die ich in Galiläa gehalten hatte. Da hatte ich gesagt: »Bald werde ich nach dem Willen Gottes an die Menschen ausgeliefert. Sie werden mich töten, doch am dritten Tag werde ich auferstehen.« (14) Ich bin gekommen, um mit meinem Leben für all die Fehler zu bezahlen, die du in deinem Leben gemacht hast, damit du befreit leben kannst. Ich bin gekommen, um dir das Leben zu geben, Leben im Überfluss. (15)
Aber was hast du denn mit meinen Fehlern zu tun? Ich finde, jeder sollte seine Suppe selbst auslöffeln, die er sich eingebrockt hat.
Das Problem ist: Es gibt keinen, auch nicht einen Einzigen, der ohne Sünde ist. Es gibt keinen, der einsichtig ist und nach Gott fragt. Alle haben sich von ihm abgewandt und sind dadurch für Gott unbrauchbar geworden. Da ist wirklich keiner, der Gutes tut, kein Einziger. (16) Auch wenn du dich anstrengen und versuchen würdest, deine Suppe selbst auszulöffeln, mit Taten, wie sie das Gesetz verlangt, wird kein Mensch jemals vor Gott bestehen, indem er die Gebote erfüllt. (17)
Mein Vater im Himmel weiß, dass die Menschen es aus eigener Kraft niemals schaffen würden, seinem Gerechtigkeitsinn zu genügen, deshalb sandte er mich. Nun werden alle, die sich auf mich, den Sohn Gottes, verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.
(18) Nach wie vor kannst du auch versuchen, deine Suppe selber auszulöffeln, aber du hast auch die Möglichkeit, dir von Gott deine Fehler vergeben zu lassen, indem du dich darauf berufst, dass ich mit meinem Leben für deine versalzene Suppe bezahlt hab! (19)
Zum Schluss noch eine letzte Frage: Angenommen, du könntest etwas zu Teenagern sagen, die knapp 2000 Jahre nach dir auf dieser Erde
leben werden. Was würdest du ihnen sagen wollen?
Lasst dieses ganze Drama nicht umsonst gewesen sein! Ich habe es zugelassen, dass man mich auf brutalste Art und Weise an ein Kreuz nagelt und umbringt. Ich bin gekommen, um zu zeigen, wie sehr Gott dich liebt. Seine Liebe zu euch Menschen zeigt sich darin, dass er mich, seinen einzigen Sohn, in die Welt sandte, damit ihr durch mich das ewige Leben habt und ich euch von eurer Schuld befreie.
Bitte Gott doch einfach heute darum, dass er dir vergibt und nimm dieses Angebot für dich an. (20)
Vielen Dank für das Gespräch.
Text_Dani Harter hatte Spaß daran, all die Bibelstellen
nachzuschlagen, und freut sich darauf, eines Tages bei
Jesus zu sein und ihn direkt interviewen zu können.
(1) Markus 6,3
(2) Matthäus 9,2f
(3) Johannes 9,1f
(4) Lukas 9,10f
(5) Johannes 11,1f
(6) Matthäus 16,13
(7) Matthäus 26,64; Johannes 10,36
(8) Matthäus 2,1; 13,55
(9) Johannes 14,11
(10) Johannes 10,37-38
(11) Lukas 19,1f
(12) Markus 2,17
(13) Lukas 7,36
(14) Matthäus 17,23
(15) Johannes 10,10
(16) Römer 3,10-12
(17) Römer 3,20
(18) Johannes 3,16
(19) Epheser 2,8-9
(20) 1. Johannes 4,9+10, Römer 10,9-11
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