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Sex wie Schokolade - Der Umgang mit der Versuchung

Sie gibt den Kick und macht Lust auf mehr. Körperliche Nähe ist klasse. Aber wieviel ist gut und sinnvoll, wenn man noch so richtig jung ist? Gedanken zum Nachdenken von Holger Mix

Endlich! Ihr seid zusammen und trefft euch zum ersten mal allein. Spannend. Dein Zimmer ist aufgeräumt, die Musik ausgewählt und die Kerzen geben eine romantische Atmosphäre. Es klingelt. Die Aufregung steigt. Ihr umarmt euch, gebt euch ein Küsschen, quatscht so über dies und das, rückt näher zusammen und auf einmal springt dir ein Gedanke in den Kopf: »Was erwartet meine große Liebe jetzt eigentlich von mir?« Dir kommen heiße Szenen aus Serien und Filmen in den Kopf. Anspruch und Angst fordern dich heraus und nehmen dich gefangen: »Mache ich auch alles richtig? Wie weit soll ich gehen? Wie weit will der Andere?«

Lust auf mehr
Wer in so einem Moment erst anfängt sich Gedanken zu machen, seine Meinung ungefiltert aus den Medien übernimmt oder nur nach seinen Gefühlen geht, für den gibt es fast nur eine Antwort: »Nimm sofort, was du kriegen kannst!« Aber ist das auch gut? Dazu ein Beispiel aus meinem Leben: Ich mag Schokolade über alles. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Schokoladenfresser bin. Damals musste ich meine Mutter immer fragen: Wie viel darf ich? Und dann durfte ich höchstes einen Riegel, war glücklich, aber bettelte natürlich um mehr. Heute bin ich selber Vater und darf Schokolade essen bis zum Umfallen. Ich muss niemanden fragen (Ätsch!). Trotzdem will ich aber gar nicht mehr ohne Ende Schokolade essen, weil ich gemerkt habe, dass es mir nicht gut tut. Wenn ich das braune Gold kiloweise in mich reinschiebe, dann wird mir irgendwann übel, die Hose wird enger und der Geldbeutel auch. Schokolade ist kein Grundnahrungsmittel, sondern ein Genussmittel, dass supergeil ist, wenn man damit richtig umgeht. Meine neue Frage lautet daher heute: Wie viel ist gut für mich?

Sex und Schokolade
Sex ist da so ähnlich wie Schokolade: Ein Genussmittel, das total geil ist, wenn man es richtig anwendet. Aber wie geht man damit gut um? Viele fragen daher: Wie viel Sex darf ich in der Beziehung haben? Wie weit darf ich gehen? Ich finde diese Frage gefährlich. Denn sie kann schnell die Verantwortung von mir auf andere schieben. Wenn du aber wirklich erwachsen werden willst – auch mit deiner Sexualität – dann kannst du nicht immer die Verantwortung auf andere schieben, sondern brauchst auch die neue Frage: Wieviel Sex in einer Beziehung ist gut für mich? Und wie kann ich das herausbekommen?

Orientierung finden
Die Medien sind nicht zwingend der beste Ratgeber, auch wenn wir durch sie am meisten geprägt werden. Meine Gefühle helfen mir in solchen Situationen auch nicht weiter. Weil Gott aber auch das Beste für mich will, orientiere ich mich daher erstmal an der Bibel: Wenn er sich das mit dem Sex, der Erregung und den Gefühlen ausgedacht hat, dann wird er auch am besten wissen, wie es am besten ist. Wer die Bibel daher genau liest, der wird entdecken, dass Sex und die Ehe untrennbar verbunden sind (lies mal 1. Korinther 7,9; 1. Mose 2,24). Miteinander Schlafen braucht diesen geschützten und vertrauten Raum, der durch nichts zu ersetzen ist. Wer also das Beste für sich will, der schenkt das Höchste der Gefühle und das Intimste nicht jedem X-Beliebigen, auch nicht zwei oder drei Leuten, sondern nur einer Person in seinem Leben: Dem Ehepartner! Das ist übrigens auch das Beste für den Anderen! Außerdem: Es gibt keine hundertprozentige Verhütung – auch wenn das noch einige Dummköpfe meinen. Daher kann bei jedem Geschlechtsverkehr ein Kind gezeugt werden. Und wer das noch nicht mag, der sollte auch nicht miteinander schlafen.

Mehr dran freuen
Aber weil Sexualität mehr ist, als nur miteinander zu schlafen, bleibt immer noch die Frage offen: Wie können wir mit unserem Körper in der Beziehung umgehen, dass es gut für uns ist? Hierüber gibt die Bibel keine detailierten Auskünfte. Daher hier einige ganz praktische Tipps, die euch helfen können, dass ihr eure Sexualität und eure Beziehung genießen könnt und sie euch gut tut!

Ein Ziel haben
Die Beziehung ist ein gemeinsamer Weg, der bestenfalls in die Ehe führt. Natürlich kann ich nicht vorher wissen, ob das mit dem anderen klappt – dafür lernt man sich ja kennen. Aber wer eine Beziehung beginnt und den Gedanken gar nicht im Hinterkopf hat, der sollte auf jegliche körperliche Annährung erstmal verzichten. 

Drüber quatschen
Sprecht miteinander über das Thema Sex. Wenn ihr darüber nicht reden könnt, dann seid ihr noch nicht so weit, euch näher zu kommen. Klärt ab, wie weit ihr körperlich miteinander gehen wollt. Respektiert dabei den anderen und überredet ihn nicht. Setzt euch eure Grenzen nicht, während ihr auf dem Bett liegt oder zärtlich seid. Ihr braucht dazu einen klaren Kopf! Geht lieber spazieren oder in ein Café.

Genießen lernen
Die gute Liebesbeziehung ist keine Rennstrecke, sondern eine Bergtour: Es zählt nicht, wer zuerst am Ziel ist, sondern wer den Weg ganz langsam genießen kann und am Ende sagt: Es war wunderschön – ob es nun auseinandergeht oder ihr heiratet. Daher genießt es auch, euch körperlich kennen zu lernen und lasst euch Zeit, Zeit, Zeit! Wenn ihr heiraten werdet, habt ihr davon eh noch genug, wenn es auseinander geht, dann ist es ein guter Schutz, nicht so weit gegangen zu sein. Schritte zurück sind immer schwieriger als nach vorne! Daher nochmal: Lasst euch Zeit, vor jedem Schritt, der euch intimer zusammenführt.



Aus der teensmag 3/09

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