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Lars - Karriere um jeden Preis?

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal auf einer Seite wie dieser über meinen Glauben schreiben werde. Noch bis vor kurzer Zeit hätte ich jeden ausgelacht, der mir das prophezeit hätte. Ich dachte eher, dass mein Lebenslauf später wie der von Ackermann, Wiedeking oder Ron Sommer auf einer Website eines Großunternehmens in der Rubrik „Vorstand“ gezeigt werden würde. Aber lasst mich von vorn anfangen…

Ich komme aus einer ganz normalen Familie, wurde konservativ erzogen und war gut in der Schule. Vielleicht wurde ich ein wenig ehrgeiziger als andere erzogen, aber für mich war es normal für gute Noten in der Schule bezahlt zu werden. Einer der großen, coolen Typen war ich nie. Irgendwann fand ich aber heraus, dass man in dieser Gesellschaft auch nicht nur durch Muskeln Anerkennung bekommen kann. Und so entwickelte ich früh den Plan durch Leistung und Köpfchen zu überzeugen und mir so die Anerkennung der anderen Menschen zu verdienen.

Nach dem Abitur stieg ich direkt in ein Großunternehmen ein und studierte zusätzlich abends an einer privaten Hochschule. Innerhalb weniger Jahre schloss ich Ausbildung und Studium ab und bekam aufgrund meiner guten Kontakte und Leistungen einen Traumjob, um den mich die Arbeitskollegen beneideten. Ich bekam alles, was ich mir immer wünschte: Den Job mit viel Verantwortung, schicke Markenanzüge und ein volles Portemonnaie, viel Bewunderung von Bekannten und Familie und damit auch die Anerkennung, die mir meines Erachtens zustand. Ich hatte schließlich alles aus meiner eigenen Kraft geschafft.

Mit 25 Jahren war ich vielversprechender Nachwuchsmanger und investierte alle meine Kraft in meinen Beruf. Meine Familie war stolz auf mich und erzählte gerne vom erfolgreichen „Jungmanager“ (wie man mich damals nannte). Aber glücklich war ich deshalb nicht. Das gab ich allerdings nicht vor anderen zu und gestand es mir selbst auch nicht ein. Aber ich kann mich an eine Situation erinnern, da stand ich am Flughafen auf der Rückreise von einem Geschäftstermin und schaute an mir herunter und realisierte, dass ich alles erreicht hatte, was ich immer wollte: Ich war wichtig, ernst genommen, verdiente gutes Geld, sah gut aus in meinem dunklen Anzug und wurde von Kollegen und Familie bewundert, hatte eine Freundin und ein Auto und konnte mir auch sonst alle Wünsche realisieren. Okay, viel Stress hatte ich schon, meine Freundinnen wechselte ich häufiger, weil sie meinen Ansprüchen nicht genügten und mir die Karriere sowieso wichtiger war. Aber ansonsten hatte ich doch das, wonach alle immer strebten. Die Bibel sagt: "Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben." (Prediger 5,9)

Ich hatte alles und war trotzdem nicht glücklich und vor allem nicht zufrieden. Ich strebte nach immer mehr und setzte mir immer neue, höhere Ziele. Ich hatte alles, aber trotzdem sah ich nicht mehr wofür ich lebte. Popstars fangen wohl in solchen Situationen mit Drogen an, ich bekam auch ohne Alkohol einen Leberschaden - mein Weckruf! Ich wusste, dass ich mein Leben ändern muss. So jung und schon ausgebrannt?! Ich zog die Notbremse: Ich kündigte meinen Job und ging noch einmal zurück an die Uni, ich wechselte die Stadt, beendete meine Beziehung, die ohnehin schon unter meiner Karriere gelitten hatte. Ich baute mein Leben also äußerlich komplett um. Dann klopfte ich mir auf die Schulter, denn auch das hatte ich erfolgreich und ohne Hilfe von außen geschafft. Und ich fing wieder an meine Karriere zu planen. Klingt vielleicht doof, aber was hätte ich denn anderes tun sollen? Der Warnschuss hatte allerdings dazu geführt, dass ich unterschwellig wusste, dass ich mein Leben nicht so im Griff hatte, wie ich mir selbst das vormachte! Und deshalb war ich bereit über mein Leben nachzudenken.

In dieser Situation traf ich dann Christen vor einem Irish Pub, die mich zu einem Studentengottesdienst einluden. Dort begegnete ich das erste Mal Menschen, die bewusst an Jesus Christus glauben. Das war für mich eine Überraschung, denn von zu Hause kannte ich die Kirche nur als eine sinnvolle Organisation und die Bibel als ein Märchenbuch. Und so lernte ich diese Christen kennen, die wirklich an Gottes Wort, die Bibel, glauben. Wir sprachen über unsere Probleme, lasen zusammen das Johannes-Evangelium und sangen zusammen. Und ich merkte, dass diese Menschen so eine Zuversicht besaßen und so eine Freude in ihrem Leben, die mir fremd war. Versteht mich nicht falsch, ich war immer ein Partygänger und habe meine Freunde, Gäste und Kollegen stets gut unterhalten, aber diese Art der ehrlichen tiefgehenden Freude und Zuversicht war mir fremd.
Im Februar 2007 habe ich dann verstanden worin der Unterschied zwischen ihnen und mir lag: Auch wenn ich die Existenz von Gott nicht anzweifelte, so ließ ich ihm auch keinen Platz in meinem Leben. Ich war einfach zu arrogant, ihm den Thron zu überlassen, auf dem ich saß. An Gott zu glauben bedeutete nämlich für mich, mir einzugestehen, dass ich nicht der Schmied meiner so perfekten Karriere war und dass mir alles nur von Gott gegeben wurde, also kein Grund mehr auf mich selbst stolz zu sein. Als mir Gott half dieses zu verstehen, zog ich die einzig logische Konsequenz und ordnete mich dem Gott unter, der Himmel und Erde geschaffen hat.

Das war meine „Bekehrung“ oder Umkehr und ich erhielt in Folge den Heiligen Geist. Das merkte ich zuerst gar nicht, aber nach und nach wurde ich verändert – von innen. Ich verstand, dass ich ein Sünder bin und dass ich nur durch Jesus Christus meine Sünden vergeben bekomme. Ich verlor die Freude daran auf Kosten anderer Karriere zu machen und daran bei der Steuererklärung das Beste für mich herauszuholen, um dann vor meinen Freunden damit anzugeben. Ich hörte auf für Anerkennung von anderen Menschen, für Geld und für gute Noten zu leben.

Aber was mir Gewinn war, das hab ich um Christi willen für Schaden erachtet. Philipper 3,7

Stattdessen begann ich mich an Ehrlichkeit und Bescheidenheit zu erfreuen. Ich begann vergeben zu können und nicht mehr über Jahre hinweg noch Dinge nachzutragen wie früher. Weißt du, wenn Jesus mir alles vergeben hat, was ich je getan habe und mir dazu noch das ewige Leben schenkt, wie könnte ich dann so kleinlich sein und meinen Eltern oder Freunden nicht die kleinen Dinge vergeben? Auch bin ich nicht mehr krampfhaft auf der Suche. Früher suchte ich immer etwas – vielleicht die perfekte Frau, vielleicht das perfekte Leben. Ich war nie zufrieden und kam nie richtig zur Ruhe. Nachdem Jesus in mein Leben getreten ist, habe ich aufgehört zu suchen. Ich habe zwar keine Frau und weiß auch noch nicht, was ich in der Zukunft genau tun werde, doch ich bin voller Zuversicht, dass mir Gott zu seiner Zeit alles schenkt, was gut für mich ist. Ich vertraue darauf, dass er mein Leben regelt.

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Psalm 23,1-2


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Foto: aboutpixel.de - der milchm4nn

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