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Freitag der 13 - ein Tag der großen Wunder

19.06.2008 Losungen – wahllos aus einer Trommel gezogene Bibelverse für jeden Tag des Jahres. Mich begleiten sie durch den Tag. Für Freitag, den 13., stand in meinem Büchlein: „Der Herr züchtigt mich schwer, aber er gibt mich dem Tode nicht preis.“ (Ps 118,18)

Ja", dachte ich, "toll, was soll mir das jetzt sagen?" Gut, Verzweiflung und Angst kenne ich auch, aber war ich jemals wirklich dem Tode nahe?“ Okay, ich hab' ihn erst sehr oberflächlich betrachtet, diesen Vers. Morgens nach dem Aufstehen bin ich halt nicht immer die Fitteste.

Ein paar Stunden später während der Arbeit klingelte dann mein Handy – Alarmstufe Rot. Meine hochschwangere Schwester lag schon halb im OP, es gab Komplikationen, das Baby in ihrem Bauch machte Radau. Wie von einer Tarantel gestochen lief ich durch die Firma, schnappte mir meine sieben Sachen, holte mir das Okay und war raus aus der Tür. An Arbeit wäre eh nicht mehr zu denken gewesen...

Die S-Bahn nahm allerdings keine Rücksicht auf meine Eile. Sie fuhr mir vor der Nase weg. Acht Minuten warten – dann noch mal zehn Minuten Fahrt. Während dieser Zeit kam ich ins Nachdenken. Es hätte nichts gebracht, aufgeregt herumzulaufen. Alles, was ich tun konnte, war beten.

Und zwar genau um das, was der zweite Teil des Bibelverses ausdrückt – um Leben. Es durfte den beiden einfach nichts passieren. Zu lange schon hatten wir auf den Kleinen gewartet.

Als ich im Krankenhaus ankam, hieß es erst einmal: durchfragen - und dann wieder warten, warten, warten.

Die Zimmertür ging auf. Der frischgebackene Papa kam herein. Er strahlte. Im Schlepptau die Hebamme mit einem Bündel im Arm. Die ersten Fotos wurden geschossen. Fehlte nur noch die Mutti. Erst als sie kam, konnte ich wirklich aufatmen - „Danke, Gott!“

Alles war gut gelaufen. Den ganzen Tag hatten wir den kleinen Lucas bei uns. Ich bekam ihn auf den Arm. Was soll ich sagen? Es war ein großes „kleines“ Wunder, zu spüren, wie dieser kleine Mensch atmet. Die Welt war einfach heil für diesen Moment. Dieser kleine Winzling weiß nichts von dem, was um ihn herum passiert. Er interessiert sich nicht für Politik oder Wirtschaft. Alles, was er braucht, sind Liebe, Geborgenheit und jede Menge zu essen, damit er groß und stark wird.

Ich sah den Kleinen an und wusste ihn getragen, von Gott. Er hatte ihn, ganz wörtlich genommen, nicht dem Tode preisgegeben. Auch der Schock darüber, dass Lucas am nächsten Tag auf die Kinderstation musste, konnte das nicht ändern. Umso größer wurde mein Vertrauen in Gott. Begleitet von der Losung „Herr, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil“ (Ps 85,8) wusste ich einfach, dass er seine Zusagen halten wird. Denn um es mit der Losung von Montag zu sagen:

Das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: "Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. " (1. Johannes 5,14)

Auch, wenn es letztlich sein Wille ist, der geschieht. Gott lag und liegt das Leben dieses kleinen Wurms genauso am Herzen wie uns.

Natürlich steckt hinter so einem Bibelvers immer etwas Größeres – Gott selbst. Er hält die Fäden in seiner Hand und gibt mich solange ich auf ihn traue nicht dem Tode preis. Egal, mit wie vielen Dingen ich zu kämpfen habe. Ihm liegt mein Wohl am Herzen, ich darf auf seine Hilfe hoffen.


Nadine Bauerfeind


Leid
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