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Gott als Chefredakteur


Ein paar Stunden bis zum Redaktionsschluss der Camping-Projekt-Zeitung, für die ich neuerdings arbeite. Um mich herum sitzen und liegen vier Redakteure, einige auf dem Boden, andere im Bett. Hinterzimmer von Campingküchen sind nun mal nicht so groß. Aber egal, sie eignen sich trotzdem als Redaktionsraum.

Die Köpfe rauchen. Jeder will noch schnell etwas zu Papier bringen. Ein paar Hilfsjournalisten sind unterwegs, um letzte Fotos zu machen und um Stimmen für eine Umfrage einzuholen. Und was mach' ich? Ich bin die Chefredakteurin! Für mich ist klar: Mag mein Team auch noch so fleißig sein, für mich muss natürlich auch noch Arbeit übrigbleiben!

Ich frage mich, ob es Gott genauso geht - im übertragenen Sinn, versteht sich. Schließlich mussten die Texte der Bibel ja auch aufgeschrieben werden. Und das ist längst nicht alles.

Gott zitiert Mose auf den Berg, um ihm die Zehn Gebote zu diktieren. Aaron ist dabei Hilfsjournalist. ER kümmert sich um die Meute am Fuß des Berges. Auch, wenn dabei nicht alles glatt geht. Dieses Prinzip zieht sich durch die gesamte Bibel. Es gibt immer einen Hauptakteur und viele Helfer. Gott ist der Chef und wir sind seine Redakteure, Hilfskräfte und Handlanger. Jesaja, Markus, Matthäus, Lukas, Petrus.- Sie alle gehören dazu. Jesus ist dabei die Hauptfigur.

Okay. Die Bibel wird heute nicht mehr so weiter geschrieben wie noch vor 2000 Jahren. Dennoch hält Gott immer noch die Fäden in der hand. Mittlerweile ist seine Redaktion sogar so groß, dass er es gar nicht mehr nötig hätte, selbst zu den Menschen zu kommen, denke ich. Er tut es aber dennoch. Er fragt dich und mich ganz persönlich, ob ich mit ihm weiter Geschichte schreiben will. Dabei muss er sich schon mal die eine oder andere Frechheit anhören und gefallen lassen.
"Ach Quatsch, so was wie dich gibt es doch gar nicht", "Lass mich in Ruhe und erzähl' mir nichts vom Weihnachtsmann!" oder so wie Mose "Ich kann das nicht - was soll ich schon bewirken" (2. Mose 3 - 4). Doch wie man eindrücklich an Moses Geschichte sieht - er kann. Wer sonst hätte das Volk Gottes aus der Sklaverei befreien sollen!?

Gott hat mich nicht eingestellt, damit ich Däumchen drehe. Nein. Er möchte, dass ich Geschichte schreibe. Gott weiß, was ich kann. Er weiß auch, dass ich mit meinen Begabungen anderen Menschen dabei helfen kann, ebenfalls Geschichte zu schreiben.

Dafür legt er sogar Nachtschichten ein. So wie ich mit unserer kleinen Campingzeitung. Und nicht nur das. Er ist für mich jederzeit ansprechbar, egal wie viel Stress um ihn herrschen mag.

Schließlich soll aus den gesammelten Einzelteilen etwas Großes und Gutes werden.

Nadine Bauerfeind


Leid
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