
"Ich bin nicht nachtragend, aber ich vergesse nichts!"
Oft sage ich diesen Satz einfach nur zum Spaß, wenn ich mit Freunden herumalbere. Manchmal ist er aber doch sehr ernst gemeint: Hat jemand etwas Negatives oder Verletzendes getan, dann erinnere ich mich daran noch Jahre später. Und ganz ehrlich: Dann und wann trifft nur der zweite Teil zu, bin ich doch nachtragend.
Meist sind es ungelöste Konflikte, die mich nicht loslassen. Ich trage Menschen diese Konflikte und Äußerungen nach. Und es fällt mir schwer, sie so einfach zu vergessen.
Gott ist da anders. Während ich mit Vergebung schon mal Probleme habe, mich an die negativen Dinge erinnere und Positives leicht übersehe, sieht er das Gute und vergisst dieses zu keinem Zeitpunkt:
„Denn Gott ist nicht ungerecht. ER vergisst nicht, was ihr getan habt und wie ihr aus Liebe zu ihm anderen Christen geholfen habt und immer noch helft." (Hebräerbrief Kapitel 6,10)
Hier geht es eindeutig um das, was Menschen Gutes tun. Also auch um das, was ich Gutes tue. Und manchmal brauche ich es einfach, dass mir jemand sagt: „Hey, was du da tust, ist gut!“ Diese Bestätigung suche ich vor allem bei Gott. Und hier habe ich sie.
Er sagt zu mir: „Ja, alles, was du in meinem Namen, in Liebe zu mir tust, ist gut - es kann nicht schlecht sein!"
Es geht Gott allein um die Motivation, mit der ich an die Sache herangehe. Möchte ich z.B. bei der Vorbereitung für den Jugendgottesdienst die tollste Deko präsentieren, so ist das gut, solange ich es für Gott mache und nicht am Ende selbst möglichst toll dastehen will.
So ist es auch mit Konflikten. Bin ich nachtragend, weil ich denke, dass man mich ungerecht behandelt hat und ich unbedingt mein (vermeintliches) Recht haben will? Oder bin ich es, weil ich Gott damit die Ehre geben will?
Na gut, Letzteres trifft wohl eher weniger zu. Denn wenn ich in solch einer Situation nicht halbwegs kompromissbereit bin, kann gar nichts Gutes dabei herauskommen. Außerdem bringt es mir persönlich recht wenig, den anderen bloßzustellen. Davon bekomme ich höchstens noch ein schlechtes Gewissen.
Was mache ich nun in solchen Situationen? Ich denke, ich sollte zuerst immer meine eigene Motivation abchecken: Warum will ich dieses oder jenes, was ist mein Motiv? Habe ich das geklärt, ist es meine Aufgabe, den Konflikt zu lösen, und zwar durch ein ernstes Gespräch mit meinem Konfliktpartner und mit Gott. Ja, am besten immer mit beiden. Denn Gott ist es, der für unsere Gerechtigkeit eintritt. Er will mir zu meinem Recht verhelfen, solange es mir zusteht. Doch über das Wann und Wo entscheidet er allein. Unter anderem in den Psalmen wird das immer wieder deutlich.
So kann ich darauf vertrauen, dass sich auch ungelöste Konflikte lösen werden. Ich kann all meine Rachegelüste beiseite schieben und mich auf das Positive freuen. Auch, wenn ich die Angelegenheit an sich vielleicht nicht vergessen werde, der neue Blickwinkel ist gut. Die Kraft, die ich in meine Wut hineingelegt habe, kann ich nun für etwas ganz anderes verwenden.
„Ich wünsche nur sehnlichst, dass jeder und jede von euch genau denselben Eifer auch an den Tag legt, wenn es darum geht, die Hoffnung auf das, was Gott uns versprochen hat, mit voller Kraft bis zum Ende durchzuhalten. Ihr dürft darin nicht nachlassen! Nehmt euch ein Beispiel an denen, die Vertrauen und Ausdauer bewahrt und darum empfangen haben, was Gott versprochen hat." (Paulus in Hebr. 6,11+12)
| To Law aus Karlsruhe, 12.11.08 17:33 Uhr |
| Hi Nadine, ich mag deine Storys :) |
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| Nadine Bauerfeind aus Greifswald, 12.11.08 17:33 Uhr |
| Hey, vielen Dank. Gut das mal wieder zu hören. Ich hoffe, das werden sie auch weiterhin. |
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| Jessy K , 06.02.09 21:01 Uhr |
Huhu,
WOW. Das passt grade wirklich perfekt. Ich habe mich heute wahnsinnig über eine mündliche Note geärgert, auch wenn eine 1-2 natürlich sehr gut ist (manche halten mich jetzt bestimmt für irre), aber die Sache ist die, dass ich mir wirklich ein Bein ausreiße, aufpasse, wenn keiner mehr aufpasst, immer mitarbeite, auf jede Frage eine Antwort weiß, sonst was an die Tafel schreibe etc. und die Gute meint, ich hätte ein Tief gehabt (was absolut nicht der Fall war) und ich mich einfach unglaublich aufgeregt habe, weil sie sich oft solche Sachen leistet. :/ Grade am Anfang habe ich mich auch oft Sachen gemacht, die ich gar nicht hätte machen müssen, nur, weil ich weiß, dass sie einen schweren Stand bei den Schülern hat und bei Unterrichtsbesuchen etc. ihr immer etwas geholfen habe, auch wenn die Anderen sie reinreiten wollten.
Und ich fand es jetzt einfach so ungerecht! Auch, weil ich die Leistung locker gebracht habe.
So einen Ärger habe ich schon lange nicht mehr verspürt (wegen einer eigentlich gar nicht so großen Sache, aber da kamen wie gesagt auch viele andere ungerechte Behandlungen meiner Freunde und komische Ideen ihrerseits hinzu).
Und das hier ist echt wie die Antwort auf mein Gebet, dass ich den Ärger und all das loslasse. Besonders passend war Folgendes:
"Denn Gott ist es, der für unsere Gerechtigkeit eintritt. Er will mir zu meinem Recht verhelfen, solange es mir zusteht. Doch über das Wann und Wo entscheidet er allein."
Danke dafür, ich fühle micht echt besser und das wollte ich euch jetzt einfach mal mitteilen. :D
-Aus dem Leben einer Oberstüflerin. :D
[Ich hoffe jetzt nur, dass das richtig rüberkommt, nicht so á la "guckt mal, wie toll ich das alles gemacht habe und die ist so blöd zu mir!", aber ich fand es einfach ungerecht und habe mich da wahnsinnig reingesteigert. ]
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| Nadine B. aus Greifswald, 19.02.09 12:48 Uhr |
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Hey Jessy,
Es freut mich, dass dieser Beitrag dich so sehr angesprochen hat. Und nein, es kommt mit Sicherheit nicht so rüber, wie du befürchtest. Es gibt einfach Dinge, die lassen einen nicht so einfach los, egal, wie klein sie sind. Und sei es nur ein dummer Kommentar. Lass dich davon nur nicht unterkriegen und mach weiter. Du weißt ja - bei Gott ist einfach nichts unmöglich ;)
echt, vielen Dank für deinen Kommentar, denn auch der ist für mich sowas, wie ein kleines Wunder... |
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| Jessy K , 05.03.09 18:16 Uhr |
Huhu Nadine!
Wenn man das so im Nachhinein liest... meine Güte, ich komme mir vor wie ein Fünftklässler, bei denen fast alles der Weltuntergang ist. ;) Aber ich hatte mich damals einfach wahnsinnig geärgert. :)
Es freut mich, dass Dir die Kommentare so viel bedeuten! Ich werde jetzt auch mal öfter etwas bei Dir kommentieren, weil mir Deine Storys wirklich sehr gut gefallen und man ja auch viel daraus mitnehmen kann. Und schließlich freut sich doch jeder, wenn man sich Mühe macht und dann auch der ein oder andere Kommentar hinterlassen wird. :)
Liebe Grüße,
Jessy |
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