Jesus bewegt...
05.05.2008 Etwa 16.000 Christen haben sich letzten Mittwoch auf den Weg nach Bremen gemacht um Gott zu feiern, ihren Glauben zu bekennen, neu aufzutanken oder aber einfach nur Party zu machen. So könnte man das wohl sagen. Auch mich hat es die letzten Tage nach Bremen verschlagen. Bewegung spielte dabei immer wieder eine wichtige Rolle.
Zusammen standen wir am Abend auf der Bürgerweide und ließen uns von
Musik bewegen. Auch am Stand von [Tru:] haben wir uns auf die Leute zu bewegt, damit sie sich bewegen und bei unserem Gewinnspiel mitmachen. Auf der Messe Missionarische Möglichkeiten lief ein Junger Mann herum, mit einem
roten Regenschirm in der Hand und Sonnenbrille auf der Nase. An seiner Latzhose hing ein Schild. Er hatte seine WG verloren. Einige Christivaler machten sich an den Nachmittagen immer wieder auf die Suche nach dieser WG, um ihn dahin zurückzubringen, wo er hingehört.
Wo wir Abends hingehörten, nämlich auf unsere Isomatten und in unsere Schlafsäcke, brachten uns viele Bahnen und liebe S-Bahnfahrer. Oft war bis auf den Luftraum jeder Millimeter des Platzes ausgefüllt, den wir zur Verfügung hatten. So stand ich an meinem ersten Abend eine viertel Stunde auf Zehenspitzen mit einer Hand an das Fenster gelehnt und im Rücken ein Skateboard, dass sich langsam aber sicher seinen Weg hinein bohrte. Ich war sauer. Um mich abzulenken, begann ich mit den anderen im Zug Lobpreislieder zu singen. Aus Platzmangel war Bewegung, zumindest körperliche, nicht drin, aber eine innere Wirkung hatte es schon. Dennoch war jeder froh darüber sich an diesem Abend ins Bett bewegen zu dürfen. (Wenn auch das noch ein Abenteuer für sich war).
Jedenfalls wurde und hat sich jeder auf irgendeine Art und Weise bewegt. Auch ich. Nachdem mir am ersten Abend alle möglichen Leute in den Rücken gesprungen sind habe ich mich nur noch langsam vorwärts bewegen können. Deswegen haben mich vor allem die Seminare bewegt, in Verbindung mit der Musik auf den Festivals war das dann die reinste Bombe. Und ich glaube vielen ging es ähnlich. Denn nicht nur einmal habe ich beobachtet, wie sich die Jugendlichen weinend in den Armen lagen. Sie waren von Jesus bewegt.
Bewegung ist also allgegenwärtig. Wie sonst sollte ich als Christ auch mein Leben leben, wenn ich mich nicht von der Stelle bewege. Wie soll Gott mich leiten, wenn ich mich querstelle (wie ein Schiff, das quer zur Hafeneinfahrt steht. Es muss erst einmal Fahrt aufnehmen, um auf den richtigen Kurs zu kommen) Darüber reden, was ich tun will, kann ich viel, nur wenn ich nicht handle, kommt nichts dabei heraus. Ich als Christ bin aufgerufen mich zu bewegen. Ich bin aufgerufen mich auf Jesus zu zubewegen. Ihm nachzufolgen. Er will mir dabei eine Hilfe sein. Denn Jesus ist in mein Leben gekommen, um mich zu bewegen.
Er will, dass ich ein Segen für andere Menschen bin und sie für Gott gewinne. Das ist nicht immer einfach, weil man dabei entweder sich selbst aus den Augen verliert oder mit den Gedanken zu sehr bei sich selbst ist, als auf andere zu schauen, denen es vielleicht nicht so gut geht wie einem selbst. Dennoch bleibt es unser Auftrag als Christen solche verirrten Schafe mit roten Regenschirmen nach Hause zu bringen, zu ihrem Vater, wo sie hingehören.
Nadine Bauerfeind