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Lieben


Eine Woche Nachdenken liegt hinter mir. Es ist gar nicht so einfach, die richtigen Worte zu finden, mit denen man in ein Thema einsteigt. In meinen Überlegungen zu Begabungen und zur Kraft Gottes wurde ich abgelenkt: Zimmersuche, Stundenplanung fürs Studium und Menschen, die mich zur Weißglut brachten, kamen mir in die Quere. Ich musste dabei wieder mal erkennen, dass Geduld und Ruhe nicht unbedingt meine Stärken sind, auch wenn es nach außen anders aussehen mag. Manchmal braucht es nur ein Wort, eine Geste oder einen dummen Spruch und ich könnte explodieren.

In solchen Momenten kommt mir jedes Mal ein Spruch in den Sinn: „Was macht das mit mir?“ Die Antwort: Es bringt mich zum Nachdenken. Das, was hinter allem steckt, ist die Liebe, erkenne ich. Ich hasse, bin gekränkt oder traurig, weil ich liebe. Und das ist eine ernst zu nehmende Angelegenheit.

Gewiss kennst du Situationen, in denen du von Freunden enttäuscht wurdest. Vielleicht hat dich dein Kumpel belogen. Oder betrogen. Vielleicht hat er oder sie dich hintergangen. Oder es geht dir so wie mir, dass du einen guten Freund hast, der einfach nicht auf deinen Rat hören will, deine Hilfe nicht annimmt? Und du siehst ihn voll gegen die Wand fahren...

Was macht das mit dir?

Mich bringt es zum Verzweifeln. Schließlich möchte ich doch, dass es mir und vor allem meinen Freunden gut geht. Mich macht es irre, wenn ich zwischen meinen Gefühlen hin- und hergerissen bin. Wenn ich nicht weiß, ob das, was ich tue, richtig ist. Wenn Wut und Verzweiflung sich abwechseln.

Und das alles nur, weil ich liebe?! Wenn ich mir Jesus so ansehe, denke ich, dass es am meisten Kraft kostet, sich diesem Gefühl zu stellen.

Jesus stellte sie über alles, diese Liebe. ER hat jeden Menschen geliebt, und zwar so, wie er war - mit allen Fehlern und Macken. Er hat sogar noch mehr auf sich genommen: "Aus Liebe hat er sein Leben für uns gegeben. Und Gott hat dieses Opfer angenommen." Eph. 5,2

Das heißt nicht, dass ich  mich jetzt "umbringen" und mich selbst verleugnen muss, nur um es anderen recht zu machen. Nein.

Jesus selbst hat sich dafür aufgegeben, dass ich leben kann. Trotzdem soll ich ihn mir zum Vorbild nehmen.

Ich tue mir oft am meisten leid, wenn' Probleme gibt. Statt mir Sorgen um meine Freundschaft zu machen, quälen mich egoistische Gedanken: Ja, ich habe Angst einen Freund zu verlieren - aber um meinetwillen, nicht um seinetwillen. Dabei ist es meine Aufgabe, für ihn stark zu sein und ihm beizustehen. Da eine Grenze zu ziehen, das ist nicht leicht.


"(Deshalb) lasst uns einander lieben: nicht mit leeren Worten, sondern mit tatkräftiger Liebe und in aller Aufrichtigkeit" 1. Joh. 3,18

Nicht lang um den heißen Brei reden, sondern helfen! Das ist die Devise. Aufrichtig sein. Sich selbst diese Aufrichtigkeit entgegenzubringen, ist wohl das Schwerste an der ganzen Sache. Ich muss mich selbst hinterfragen und meine Beweggründe herausfinden: Warum will ich meinem Freund helfen - damit es ihm gut geht oder mir? Ich muss meine Wehwehchen zurückstellen, um mir selbst und Anderen gegenübertreten zu können.“

"So können wir mit einem guten Gewissen vor Gott treten“ 1. Joh 3,19

Was macht dieser Gedanke mit dir?

Macht dich das nachdenklich, siehst du dich herausgefordert, schüchtert es dich ein oder meldet sich dein schlechtes Gewissen?

Dann darf ich dir sagen, es ist wirklich nicht einfach, zu lieben. Lieben heißt verletzen und verletzt werden. Ohne die Liebe aber und ohne die Gefahr, verletzt zu werden, ist das Leben nicht viel wert.

„Doch auch wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unser Gewissen. Er kennt uns ganz genau.“ 1. Joh 20

Nadine


Leid
Wenn es einen Gott gibt, wie kann er dann so viel Leid zulassen? Dieser Artikel will Antworten geben >>

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