Irgendwas, das bleibt
Jetzt während der Fastenzeit muss ich immer wieder zurückblicken auf die närrischen Tage davor. Du weißt schon: Karneval und so. Ich seh’ die Situation noch immer vor mir: Menschen in Kostümen laufen durch die Straßen, kaum ein Ort ist vor ihnen sicher – und mittendrin steht ein kleines Kind. Es läuft neben seiner Mutter her, kämpft sich durch die Menschenmassen.
Anfangs findet es den ganzen Rummel toll, aber irgendwann ist der Spaß vorbei: Die kleine bekommt Angst. Das Gedränge ist einfach zu groß. Und überhaupt: Vor ihr prügeln sich ein paar große Jungs. Alles wirkt plötzlich noch lauter, schrill dazu und gefährlich. Flaschen fliegen durch die Gegend. In diesem Moment sucht die Kleine nur eines: ihre Mutter. Sie krallt sich an ihre Hand. Mami ist ein Ort der Sicherheit. Nur schnell weg! – das ist der einzige Gedanke, den das Mädchen jetzt hat.
Ich selbst bin zwar kein kleines Mädchen mehr. Aber Situationen, in denen mir alles genauso laut, schrill und gefährlich vorkommt, kenne ich sehr wohl. „Nur weg!“, tönt es dann auch in meinem Kopf. Das ist immer dann der Fall, wenn mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird, wenn eine Schreckensnachricht auf die andere folgt. Ein Freund stirbt bei einem Verkehrsunfall, Familienmitglieder werden krank usw. In solchen Momenten suche ich nur noch Schutz und Geborgenheit.
„Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit in einer Welt in der nichts sicher scheint … gib mir… irgendwas das bleibt“ singen Silbermond in ihrem neuen Song…
Nichts bleibt, wie es ist. Die Welt um mich herum ändert sich von Minute zu Minute. Nur wo hin soll ich gehen? In all dem Chaos! Gibt es einen Ort, an den ich gehen kann? Muttis Rockzipfel ist zu weit weg, ich steh auf eigenen Beinen.
Ja, es gibt einen Ort: Bei Gott bist du in Sicherheit, er sagt: „Ich bin für dich da, ganz egal, was auch geschieht. Ich lass dich nicht im Stich. Ich hole dich aus dieser Situation heraus. Auch, wenn sich für dich scheinbar nichts ändert und die Welt um dich herum aussieht wie vorher.
Du kannst beruhigt schlafen wie David, der am Abend betet: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn allein du, Herr, hilfst mir, das ich sicher wohne“ Psalm 4,9
Auf dass du singen kannst: „Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht, denn Gott, der Herr, ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.“ Jesaja 12,2
Du musst nur die Augen deines Herzens auf machen, um das zu erleben!
Nadine Bauerfeind
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