Schwanger gehen
Ich wusste erst gar nicht, wie ich reagieren sollte, als mich ein Mädchen nach dem Kinderprogramm ganz unvermittelt fragte: „Sind sie schwanger?“ Ich war so irritiert, dass ich sie einfach anlächelte und sagte: „Nein, bin ich nicht, ich habe nur zuviel an! (Kleine Erinnerung an Asterix und Obelix: Obelix war auch nicht zu dick!)
Kurz darauf kam ich dann aber ins Grübeln, aber was soll's: Ich machte für den Rest der Campingzeit einen Scherz draus ;-)
Vor ein paar Tagen beim Bibellesen fiel mir die Geschichte wieder ein, in Verbindung mit dem Spruch: „Geht mal schwanger damit!“. Dieser tauchte während meines Studiums in Unterweissach immer mal wieder auf.
Damit war natürlich nicht gemeint, dass wir schwanger werden sollten. Wir sollten uns lediglich Gedanken machen über das, was wir im Unterricht gehört und gelesen hatten. Wir sollten es in Gedanken mit uns herumtragen, eben wie ein Baby im Bauch, das wächst und irgendwann ans Tageslicht möchte.
Irgendwie ein toller Vergleich. Nachdem ich gerade in drei Tagen durch die Briefe des Neuen Testaments gejettet bin, muss ich feststellen, dass es einige Verse darin gibt, für die es sich wirklich lohnt, die Hirnzellen in Gang zu bringen und eine Weile über sie nachzudenken.
Schon allein der Text, den ich beim letzten Mal an dieser Stelle veröffentlicht hatte, bietet genug Stoff dazu. So stieß ich beim Nachdenken über Gaben und Begabungen auf 2. Timotheus 1,6: „Lass Gottes Gabe voll in dir wirksam werden…“ Klar kommt da erstmal die Frage an Paulus auf: „Wie mache ich das?“ Vor allem dann, wenn ich bedenke, dass meine Fähigkeiten „der ganzen Gemeinde nützen“ (1. Kor 12,7) sollen? Es ist schließlich nicht jeder dazu geboren, sich vor 200 Menschen auf die Bühne zu stellen und zu singen oder zu predigen. Dazu brauche ich viel Mut.
Paulus weiß das. Er sagt ganz klar: „Du allein kannst das auch nicht. Du brauchst Gott dazu, den Heiligen Geist.“ Wenn du durch ihn wie in 1. Kor 12,3 bekennen kannst „Jesus ist der Herr!“, dann wird es doch ein Leichtes sein, deine Gaben für diesen Herrn und somit für die Gemeinde einzusetzen – oder?
In 2. Timotheus 1,7 heißt es weiter: „…sondern sein Geist erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.“
Durch Gottes Geist bekomme ich die Kraft und den Mut, den ich brauche, um meine Fähigkeiten einsetzen zu können – auch in Situationen, die mir unheimlich sind.
Was bedeutet das aber jetzt für mich, mein Leben und in Bezug auf meine Gaben? Und welche Rolle spielen Liebe und Besonnenheit?
Tja, ich würde sagen – wenn du dir diese Frage ernsthaft stellst – dann bist du schwanger genug für die nächsten Tage, bis zur nächsten Story. Geh doch einfach selbst einmal auf Entdeckungstour und stell' dir dabei nicht die Frage nach der Schwangerschaft, sondern frag' dich: Bist du mutig?
Nadine Bauerfeind