Zurück vom Camping...
14 Tage Camping liegen hinter mir. Mit der Kirche war ich am Breitenauer See unterwegs. Da hab' ich mit einem kleinen Team Kinderprogramm gestaltet. Wie das mit Kindern so ist: Man erlebt bei so was immer wieder Neues. Ein wenig davon will ich euch hier in den nächsten zwei oder drei Wochen erzählen. Schließlich sollen aufregende Tage nie außen vor bleiben :-)
Steh' auf und geh - die Matschpfütze
Vom kalten, nordigen Flachland ging's in den warmen, bergigen Süden. Größer hätte der Unterschied nicht sein können. Die dicke Bettdecke tauschte ich gegen einen knisternden Schlafsack. Auf dem Campingplatz selbst wurd's zwischendurch aber auch mal kalt: Immer wieder gab's zwischendurch nass-kalte Tage - da wurde es dann doch leicht ungemütlich. Mehr noch: Die Wiese vor unserem Kirchenzelt verwandelte sich in eine riesige Matschlandschaft. Okay, ich übertreib' ein bisschen: Die Wiese war nur eine große Pfütze, aber reingeflogen bin ich trotzdem! Zwei Mal sogar!
Gekonnt flogen meine Flip-Flops in einem Winkel von 45 Grad an meinen Füßen hängend durch die Lüfte und ich landete unsanft mitten im Matsch. Die vorherige warme Dusche: für die Katz! Meine Klamotten: von nun an braun.
Fall Nummer zwei folgte gerade Mal zehn Stunden später. Hinter mir: vier Jugendliche, die sofort lautstark zu lachen anfingen. Peinlich, peinlich.
Ich steckte noch einige weitere Male in ähnlichen Situationen. Momente, in denen es sich so anfühlte, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen. Als würde ich gleich mit vollem Karacho im Matsch landen und mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen blieben. Sicherlich kennst du solche Momente auch. Zum Beispiel, wenn du in der Schule eine schlechte Note bekommst, obwohl du tagelang auf die Prüfung hingearbeitet hast. Wenn du zum vierten oder fünften Mal durch die Fahrschulprüfung rasselst, obwohl du in den Fahrstunden immer gut abschneidest. Oder wenn du im Job einen Fehler machst, den du nicht mehr ausbügeln kannst, und alle um dich herum haben nur auf diesen Moment gewartet, weil sie dich mal am Boden sehen wollen?
Ich denke, jeder war schon mal in solchen Situationen. Das Schlimme daran ist nur, dass man oft am Boden liegen bleibt. Es ist einfach zu glauben, man kann nichts, wenn die Menschen um einen herum sagen: "Du packst das doch eh nicht, du bist viel zu dumm und unselbstständig." Doch liegen zu bleiben ist falsch. Es bringt mich nicht weiter, sondern lähmt mich.
Keiner der Jugendlichen im Kirchenzelt hat mir aufgeholfen. Um ehrlich zu sein, wollte ich ihre Hilfe auch gar nicht. Doch manchmal ist Hilfe nötig. Gerade dann, wenn ich selbst weder ein noch aus weiß, brauche ich jemanden, der mir hilft. Allerdings: Auch wenn mir scheinbar niemand helfen möchte, es gibt einen, der mir seine Hand entgegenstreckt - Gott.
Er tat es, als ich vor drei Jahren todtraurig auf einem anderen Campingplatz saß und nicht mehr ein noch aus wusste. Er tut es auch jetzt, bei jeder Gelegenheit, die er hat. Gott möchte nicht, dass ich traurig bin. Er möchte, dass ich lebe. Doch das kann ich nur, wenn ich bereit bin, aufzustehen, das Schlechte hinter mir zu lassen und neu anzufangen. Gott will mir dabei eine Hilfe sein und mich schützen. König David kann von solchen Situationen auch Lieder singen. Doch sind die nicht traurig und trübe, nein, sie klingen so:
"Ja, Herr, du tust es: Du bietest mir Schutz, du bist meine Burg! Du wirst mich führen und leiten, wie du es versprochen hast! Du wirst mich aus der Schlinge ziehen, die meine Feinde mir heimlich gelegt haben! Ja, du bist meine einzige Zuflucht." Ps 31,4+5
Gott möchte ein Zufluchtsort für mich sein, wenn alles schief geht und ich am Boden liege. Er gab mir genau wie David das Versprechen, mich nicht allein zu lassen. Darauf kann ich mich jederzeit berufen. Kannst du das auch? - Steh' auf und fang' an zu leben!
Nadine Bauerfeind