Krumme Nase – na und!?
Will ich wirklich aussehen wie das Model aus der Shampoo-Werbung?
Der Tag beginnt. Mein erster Gang führt ins Bad. Wie jeden Morgen meide ich den Blick in den Spiegel, springe ich direkt unter die Dusche. Nehme Shampoo für mehr Volumen und Duschgel für streichelzarte Haut. Die tägliche Instandsetzung meines Körpers. Es folgt eine Bodylotion – und fürs Gesicht etwas Creme gegen Falten. Vorsorglich, ich bin ja erst 22. Danach versuche ich, meine Augenringe mit Abdeckstift verschwinden zu lassen und stattdessen andere Dinge mit Schminke zu betonen. Wenn dann die Zahncreme für extra weiße Zähne und die halbe Dose Haarspray ihren Dienst getan haben, traue ich mich aus dem Haus – und sehe alt aus, sobald eine Windböe die mühevoll platzierten Haarsträhnen in meinem Gesicht verweht.
Warum mach’ ich das alles? Na, ist doch klar: Die Werbung macht’s vor, auf fast allen Sendern sehe ich perfekt gestylte, durchtrainierte, ja scheinbar perfekte Menschen. Wer hätte nicht gerne die Beine von Nadja Auermann, die Augen von Barbara Schöneberger und die Haare von dem Model aus der Shampoo- Werbung!?
Oder doch lieber den Bauch von Ottfried Fischer? Warum eigentlich nicht? Warum lass’ ich mich so sehr beeinflussen, wenn es um mein Aussehen geht? Wieso kauf’ ich die angepriesenen Artikel aus der Werbung, nur weil irgendeine große Kosmetikfirma mir wahre Schönheit verspricht?
Habe ich das wirklich nötig? Kommt es wirklich auf perfektes Aussehen an? Oder machen mich vielleicht gerade die Makel interessant, die ich versuche zu verstecken? Sollte ich nicht lieber auf mich als gesamten Menschen schauen, als mich über eine krumme Nase aufzuregen!?
„Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl“, lautet Psalm 139, 14.
Uns Menschen fällt es oft schwer, dankbar für das zu sein, was Gott uns geschenkt hat und was er in uns hineingelegt hat. Gott hat jeden Einzelnen von uns im Mutterleib geformt. Bei jedem Einzelnen von uns hat er sich unendlich viel Mühe gegeben!
Stell’ dir mal vor, du möchtest einer Person, die du sehr magst, etwas Persönliches schenken und fängst an zu basteln. Du überlegst dir vorher genau, wie das Geschenk aussehen soll und besorgst dann entsprechend die Materialien, die du benötigst. Du fängst voller Ideen an, den Materialien eine Form zu geben. Mit großer Sorgfalt und viel Liebe entsteht dein ganz persönliches Geschenk. Voller Freude überreichst du es und wartest auf eine Reaktion. Du wünschst dir nichts sehnlicher, als dass dein Geschenk mit Begeisterung angenommen wird.
Genauso gespannt ist auch Gott darauf, was du zu deinem exklusiv gestalteten Körper sagst und wie du mit ihm umgehst. Denn dein Körper ist ein Geschenk! Ein ganz persönliches Liebesgeständnis an dich. Ein bunter Knallbonbon an Gaben und Fähigkeiten.
„Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst“, steht in 1.Korinther 6, 19.
Wenn wir uns bewusst werden, dass unser Körper ein Geschenk des Himmels ist und kein schlechter Scherz der Natur, dann sollten wir ihn wirklich mit anderen Augen betrachten. Nicht mehr mit Neid auf Andere gucken, sondern mit den bunten Knallbonbons in uns ein Feuerwerk für andere sein.
Bettina Heusmann