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Katrin - Theologin und doch zu Jesus gefunden

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Ungefähr zur selben Zeit begann ich meine Examensarbeit zu schreiben, die zum Ziel hatte, die Historizität eines alttestamentlichen Textes mit Hilfe der Archäologie zu widerlegen. Am Ende konnte ich den „Erfolg“ verbuchen, mir mit Hilfe der Wissenschaft meine eigene Wahrheit geschaffen und dadurch mein Ziel offensichtlich erreicht zu haben - schließlich waren die Aussagen der Bibel aus wissenschaftlicher Sicht nicht beweisbar. Gleichzeitig hatte ich es nun endgültig geschafft, Gott aus meinem Leben zu verbannen und war damit an einem Punkt angekommen, an dem ich merkte, dass nichts mehr übrig geblieben war, was meinem Leben in irgendeiner Form einen Sinn gegeben hätte. Ich wollte ja an Gott glauben, glaubte aber der Wissenschaft mehr, denn sie konnte ich mit meinem Verstand erfassen, sie argumentierte logisch und war für mich in allen Aspekten nachvollziehbar.

Trotzdem musste ich erkennen, dass die Welt ohne Gott nicht funktioniert und ich wünschte mir nichts sehnlicher als meinen Kinderglauben zurück, naiv und einfältig, der mich einmal ins Theologiestudium getrieben hatte. Ich wollte nicht kampflos aufgeben, wollte Gott unbedingt finden und wusste doch gar nicht, wie und wo ich ihn suchen sollte. Einen sehr langen Zeitraum geschah nichts, meine Suche wurde verzweifelter und immer verzweifelter: Ich haderte mit Gott, sprach mit ihm, leugnete ihn, stellte eine Liste auf, auf der ich alle Pro und Contras seiner möglichen Existenz niederschrieb, dann sprach wieder mit ihm, meistens dann, wenn ich auf dem Weg zur Uni war, fast immer benutze ich die gleichen Worte, wiederholte sie, fast immer unter Tränen, unzählige Male… Ich will doch glauben, von ganzem Herzen, aber alles spricht gegen dich. Ich habe so viel über dich gehört, aber ich weiß nicht mehr, was ich davon noch glauben kann. Ich will doch glauben, wenn es dich wirklich gibt, dann zeigt mir den Weg zu dir…ich will glauben,….ich will glauben…, gib mir doch meinen Glauben zurück…  Doch es geschah immer noch nichts. Statt die von mir ersehnten Antworten zu erhalten wurde ich mit Ereignissen konfrontiert, die mich in meinem verzweifelten Suchen bremsten, mich resignieren ließen. Ich brach meine Suche ab, fand mich damit ab, dass die Wissenschaft gesiegt hatte, bis eines Tages „zufällig“ im internet auf eine Predigt von fabi stieß.

Diese Predigt war so ganz anders, als ich sie bisher im Gottesdienst erlebt hatte und sie zeigte mir einen ganz anderen Gott, als ich den, den ich bisher „kennen gelernt“ hatte - hier schien es nicht um Lebenshilfe zu gehen, nicht darum, mir das Leben angenehm zu machen. Ich fühlte mich auch nicht gestärkt und fröhlich, so wie es der Fall war, wenn ich mich sonntags einmal bequemt hatte den Gottesdienst zu besuchen und ganz stolz auf mich war, dass ich die Zeit dafür gefunden hatte – ganz im Gegenteil. Zwar wurde auch hier voller Leidenschaft von einem liebenden Gott gesprochen, aber zum ersten Mal wurde ich auch damit konfrontiert, dass eine Beziehung zu Gott haben nicht bedeutet, sich zu bedienen, wenn man es gerade braucht, sondern dass Buße und Sündenbekenntnis vorausgehen müssen.

Mir ging diese Predigt nicht mehr aus dem Kopf, obwohl ich sie nicht einordnen konnte, nicht wusste, wie es jetzt weitergehen sollte.

Kurze Zeit später schlug ich beim Lernen für meine Examensklausuren etwas ziellos die Bibel auf und stieß auf den Vers im 1. Joh. 3,1: Seht welch Liebe hat der Vater uns erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen und siehe wir sind es auch. Ich hatte den Vers vorher unzählige Male gelesen, fand ihn ganz ansprechend, so wie man die Verse eines ästhetischen Gedichtes ansprechend findet, aber er hatte mir nie etwas gesagt.

Was passierte, als ich diese Mal den Vers las ist so unfassbar, dass es mit Worten nur schwer zu beschreiben ist. Anders als sonst war es nicht mein Verstand, der sich mit diesen Worten auseinandersetze, sondern mein Herz. Ich begriff in diesem Moment im Herzen, was mit diesem Satz gemeint war, begriff seinen Sinn und dass dieser in diesem Moment nur mir gelten sollte. Mein Herz verstand Dinge, die mein Verstand nie hatte erfassen können, nämlich dass Gott uns so sehr geliebt hat, dass er uns einzig und allein aus seiner Gnade heraus zu sich ziehen will. Dass er bereit war, zur Vergebung meiner Sünden Mensch zu werden und ausschliesslich meine Umkehr nötig war um Frieden mit ihm zu haben und als sein Kind zurück in seine Arme laufen zu dürfen. Folgender Vers beschreibt sehr gut, was mit mir geschah:

„Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.“ Hiob 42,5-6

Genau das habe ich dann getan.
Gott hat mein Denken radikal verändert, denn ich durfte erkennen, dass sein Wort nicht mit dem Verstand kontrollierbar ist, sondern dass es der Führung des Heiligen Geistes bedarf. Aber natürlich ist Glauben nicht nur ein Gefühl, nicht etwas, das ausschließlich unser Herz anspricht und uns Euphorie und tiefe Emotionen beschert, sondern auch etwas was Denken und Verstand erfordert. Glauben ist eben beides, dass Begreifen des Verstandes und das Verstehen des Herzens, denn nur dadurch kann man erkennen, dass der lebendige Gott die Wahrheit ist und so viel größer als jedes theologische Konstrukt. Die Bibel sagt

"Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind“ (Röm 8,16)


Gottes Liebe zu uns zeigt sich darin, dass er uns nur durch den Glauben an Jesus Christus als unseren persönlichen Erlöser zusagt, dass wir mit ihm versöhnt sind. Der Heilige Geist schenkt uns dann die Gewissheit, dass wir gerettet sind und in Ewigkeit leben dürfen – wir brauchen es nicht nur vermuten, wir brauchen nicht zweifeln, wir brauchen keine wissenschaftlichen Theorien aufstellen – wir dürfen Wissen!
Gottes Liebe zu uns und die Beziehung zum ihm schenkt Gewissheit und Erkenntnis, die über alle wissenschaftlichen Fragen und Pseudolösungen erhaben sind.
Ich wünsche Dir von Herzen,die Suche nach Gott nicht aufzugeben, denn er selbst verspricht uns:
 
„Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen“ Jer 29,13

Alles liebe, Eure Katrin

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