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Danke

für mein Leben

 

 

Es gibt Tage, an denen mir klar wird: Ich führe ein tolles Leben!
So wie jetzt gerade, bei Sonnenschein auf dem eigenen Balkon, der Abend bricht langsam an. Und das Tollste: Gott ist mit mir!

Aber warum fällt mir das nur an einem von sieben Tagen auf – wenn überhaupt?! Warum kann ich mich nicht jeden Tag an meinem Leben erfreuen? Nach kurzem Überlegen fällt mir die Antwort ein: Ich bin einfach immer zu beschäftigt!

Mir sind Dinge, die noch ausstehen, die ich noch schaffen muss, wichtiger als die, die ich schon geschafft habe. Ich könnte mich über alles schon Erreichte freuen, doch stattdessen denke ich immer nur an das, was als nächstes kommt, was ich noch gern hätte oder gern erreichen würde.

Oft sind unsere Gedanken und Wünsche viel zu materiell. Wir denken an Karriere, Geld, Autos, Kleidung. Das lässt sich manchmal nur schwer unterdrücken, denn unser Umfeld zwingt uns durch Werbung auf Plakaten, an Bussen, im Fernsehen oder in Zeitungen förmlich dazu, mehr haben zu wollen. Wir fühlen uns vielleicht sogar schlecht, weil wir nicht so dünn sind wie die hübsche Frau auf dem Plakat vor uns! Oder weil wir kein großes Haus mit Swimmingpool besitzen, so wie die Promis im TV!

Das Denken unserer Generation ist meist total oberflächlich, von Neid geprägt und löst nicht selten Mobbing aus. Die damit verbundenen Vorurteile gegenüber anderen Menschen legen uns große Steine in den Weg.

Ich weiß jedoch aus eigener Erfahrung, dass sich diese Vorurteile oft gar nicht bestätigen. Und ich weiß, dass ich das, was ich gedacht oder gesagt habe, später bereue.

Und dennoch lerne ich nur langsam – ich erwische mich immer wieder bei meinem Schubladen-Denken!

Diese ganzen Gedanken an materielle Dinge, an Oberflächlichkeit, verdrängen die wirklich wichtigen Gedanken und beherrschen unseren Alltag. Sie lassen die Freude in unserem Herzen gar nicht zu Tage treten. Man sieht das Tag für Tag: auf der Straße, in der U-Bahn… die Menschen beschäftigen sich überwiegend mit Dingen, die sie belasten oder stressen. Selten sieht man Freude in den Gesichtern.

Da hilft wirklich nur noch eines: sich Zeit nehmen! Zeit für sich und Zeit für Gott!

Häufig erkennen wir erst dann, wenn es still um uns herum geworden ist, wie gut wir es haben. Das Leben in vollen Zügen zu genießen, ist schwer, das musste ich selbst feststellen. Man muss in erster Linie lernen, sich anzuerkennen, so wie man ist. Sich mit allen Makeln schön zu finden und wohl zu fühlen. Das finde ich bisher immer noch schwierig. Ständig sieht man hübschere, erfolgreichere oder klügere Menschen und zweifelt deshalb an sich. (Wobei das natürlich alles subjektive Ansichten sind. Gott liebt uns, so wie wir sind, das sollten wir nie vergessen!)

Um richtig genießen und sich frei fühlen zu können, müssen wir uns so mögen, wie wir sind. Wichtig dabei ist, sich vor anderen Menschen auch so zu geben, wie wir sind. Sich hinter einer Fassade zu verstecken, belastet nur. Und zwar belastet das nicht nur einen selbst, sondern auch die Beziehung zu Gott. Er kennt uns in- und auswendig, weiß, was wir denken und wie wir sind! Verstecken hilft da nicht, im Gegenteil: Es macht eine Lüge aus unserem Leben.

Und da schließt sich wieder der Kreis: Wir sind unzufrieden mit uns, beschäftigen uns nur mit Neidgedanken oder sind durchgehend beschäftigt, so dass wir oft gar nicht so leben können, wie wir es gerne täten. Wir genießen das Leben dadurch viel zu selten und wissen Gottes Güte, Gottes Geschenk an uns, so zu sein wie er uns gemacht hat, oft gar nicht zu schätzen!

Was all die Probleme und Gedanken an die Zukunft, an Karriere, an Beruf und Beziehung angeht, dürften wir uns eigentlich gar keine Sorgen machen. Gott kennt unseren Weg und wir sollten voll und ganz auf ihn vertrauen!

Gerade weil wir von allen Seiten durch Werbung, Schule oder Ähnliches beeinflusst werden, sollten wir uns mindestens ein bis zwei Mal pro Woche Zeit nehmen, um uns wieder der Gegenwart Gottes bewusst zu werden.

Wir sollten uns aber ab und zu auch einfach mal etwas gönnen. Ein nettes Bad am Abend, sich draußen in die Sonne legen oder mal wieder die Lieblingsschokolade reinziehen – das alles tut gut und macht uns wieder klar, wie gut wir es eigentlich haben!

Ich habe für mich beschlossen, Gott immer mal wieder zwischendurch zu danken – für Kleinigkeiten, wenn er Gebete erhört hat und auch einfach mal für mein Leben!

So sitze ich also auf meinem Balkon, mittlerweile ist die Sonne fast untergegangen, und nehme mir fest vor: Ich will mich öfter an meinem Leben erfreuen und mich so annehmen, wie ich bin!

Und so gehe ich zufrieden mit mir und meinem Leben ins Bett, gespannt darauf, wie ich am nächsten Morgen aufwachen werde, wenn mich der Alltag wieder einholt…

 

Caroline Schmidt


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