Die Welt verändern – aber wie?
Ich habe mir fest vorgenommen, die Welt zu verändern. Ich weiß nur leider nicht, wie ich das anstellen soll. Es gibt weder eine Ausbildung noch einen Studiengang, der mich zu einem Weltveränderer machen könnte.
Also frage ich mal bei Google nach. Wenn ich dort „Welt verändern“ eingebe, erhalte ich immerhin über zehn Millionen Einträge. Da wird geworben für die Caritas - die Kindernothilfe hätte gerne, dass ich Kinderpatin werde. Aber auch das Thema Umwelt ist stark vertreten. Ich verändere die Welt, wenn ich fairtrade-Artikel kaufe, Strom spare und meinen Müll trenne. Das sind so die typischen Ideen. Vielleicht sollte ich mich auch bei Greenpeace engagieren.
Ein paar Vorschläge gefallen mir richtig gut, zum Beispiel die Idee, fünf Nachbarn meine Handynummer zu geben und sie gleichzeitig aufzufordern, mich anzurufen wenn sie Hilfe brauchen. Das sollte ich bei der nächsten Gelegenheit mal ausprobieren.
Aber reicht mir das?
Meiner Meinung nach kann man die Welt auf drei unterschiedliche Arten ändern. Zum einen kann es bedeuten, die Umwelt zu schützen. Das ist wichtig und schon Google gibt uns ja eine Menge Tipps, wie man das anstellen kann. Schwieriger wird es dann aber auch schon bei der zweiten Art: Menschen verändern. Wenn man sehr großen Einfluss auf das Geschehen nimmt und viele Menschen beeinflusst, dann schreibt man schon Geschichte und das ist dann wohl die dritte Art, die Welt zu verändern.
Jemand, der das getan hat ist zum Beispiel Martin Luther King. Wer würde bei ihm nicht von einem Weltveränderer sprechen? Sein Kampf gegen den Rassismus hat dafür gesorgt, dass die US-Amerikaner jetzt einen schwarzen Präsidenten gewählt haben. Und manche Leute sprechen heute auch schon von dem „Weltveränderer Obama.“
Der größte Weltveränderer aller Zeiten ist wohl Jesus selbst. Und genau da sind wir bei dem Kern der ganzen Geschichte angelangt. Falls du insgeheim gedacht hast „Ich will aber gar nicht die Welt verändern – mein Leben reicht mir so wie es ist“, dann muss ich dich leider enttäuschen. Denn Jesus hat uns einen Auftrag mitgegeben. Nicht umsonst sagt er uns „Ihr seid das Licht der Welt“ (Matthäus 5,14) und es hat bestimmt seinen Grund, dass wir so einen gewaltigen Missionsauftrag bekommen haben. Wir Christen sollen die Welt verändern!
In seiner Predigt beim Weltjugendtag in Köln hat Kardinal Schönborn es meiner Meinung nach treffend formuliert: „Wer Jesus begegnet, wird selbst ein anderer und kann in Folge auch die Gesellschaft verändern."
Aber wie sieht das Ganze praktisch aus? Wie verändere ich denn die Gesellschaft? Wie verändere ich als Christ die Welt? Muss ich dafür nach Afrika auswandern und dort Hardcore-Mission betreiben? Wie schaffe ich es hier in meinem Alltag, die Welt zu verändern?
Als ich so darüber nachgedacht habe, wer denn meine Welt verändert hat, sind mir sofort meine Freunde und meine Familie eingefallen. Nichts hat mich so sehr geprägt wie sie, niemand hat mich so sehr verändert. Und damit auch meine Welt…
Vielleicht reicht es schon, im Kleinen anzufangen und die Welt meiner Mitmenschen positiv zu beeinflussen, ihnen etwas mit auf den Weg zu geben. Denn wenn jeder die Welt seines Mitmenschen positiv beeinflusst, und das überall auf der Erde, dann haben wir automatisch die ganze Welt verändert und sie zu einem besseren Ort gemacht. Und damit bin ich dann wieder bei meinen fünf Nachbarn und der Telefonnummer.
Zum Glück gibt Jesus uns bei diesem Thema noch direkt einen Tipp mit auf den Weg. In der Bergpredigt heißt es: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäus 5,16).
Was erst mal ziemlich abstrakt klingt, ist ganz einfach zu verstehen. Wir sollen uns bewusst sein darüber, was uns unser Glaube bedeutet. Wir sollen uns bewusst darüber sein, dass wir das beste Leben haben, was es geben kann. Dann sollen wir dieses Bewusstsein „leuchten“ lassen, es also offen zeigen. Und wenn wir das tun, und danach leben, es anderen Leuten zeigen und sie daran teilhaben lassen, dann werden wir dadurch unbewusst unsere Umgebung verändern und sie positiv beeinflussen.
Aber nur weil wir im Kleinen anfangen, heißt das natürlich nicht, dass wir den Glauben an das Große verlieren sollten. Wer weiß, was für spezielle Aufgaben Gott noch für uns bereit hält. Und immer wenn ich den Glauben daran verliere, höre ich mir das Lied „History Maker“ von delirious? an. Lass dich doch davon auch einfach mal inspirieren!
Ansonsten: es ist gar nicht so schwer, die Welt zu verändern. Du musst es einfach mal ausprobieren.
Tabea Fürst