community log in
[tru:] young television
log in tv-empfang media über uns spenden hilfe

Hilfe – Ich geh wählen!

Da habe ich mir ja ein gutes Jahr ausgesucht, um zum ersten Mal wählen zu gehen. Das Superwahljahr 2009. 15 Wahlen in 12 Monaten. Und am 27. September steht schon die nächste an: Die Bundestagswahl.

Wer als junger Mensch (so wie ich) wählen geht, hat direkt einen Haufen Fragen. Wo setze ich mein Kreuzchen? Welche Partei hält das, was sie verspricht? Wie finde ich mich durch, im Irrgarten der Parteiprogramme? Wollen nicht alle Parteien das gleiche? Ändere ich überhaupt etwas, wenn ich wählen gehe?

Wer als junger Christ (so wie ich) wählen geht, hat noch ein paar mehr Fragen. Wen kann ich als Christen denn noch wählen? Wer vertritt christliche Grundsätze? Und will Gott überhaupt, dass ich wählen gehe?

Um wenigstens die letzte Frage beantworten zu können, lohnt sich ein Blick in die Geschichte.

“Staat und Kirche“, das war schon immer ein heißes Thema. Während die ersten Christen noch von der Regierung verfolgt wurden, durften sie seit der Konstantinischen Wende 313 ihren Glauben frei ausleben. Schon 380 wurde dann das Christentum zur Staatsreligion erhoben. Leider bedeutete das aber auch, dass Nichtchristen verfolgt wurden und der Staat sich immer mehr in die Angelegenheiten der Kirche einmischte.
Martin Luther ist es schließlich, der wieder für Religionsfreiheit kämpft. Ihm verdanken wir es, dass heute jeder seinen Glauben so ausleben darf, wie er das gerne möchte.
Wichtig für diese Freiheit ist Luthers „Zwei-Reiche-Lehre“. In Kurzform besagt diese Lehre, dass ein Christ in zwei Reichen lebt: zum einen im Reich Gottes, zum anderen aber im weltlichen Reich, also im Staat. Mit dieser Trennung kann der Staat nicht mehr aus religiösen Gründen Menschen politisch verfolgen.

Als Christen sind wir natürlich zukünftige Himmelsbürger. Paulus spricht davon, dass unser Bürgerrecht im Himmel ist (Philipper 3,20). Außerdem sagt Jesus, dass wir nicht mehr von dieser Welt sind, genau wie er nicht von dieser Welt ist (Johannes 17,16).
Trotzdem leben wir ja in dieser Welt, Gott hat uns hierhin gesetzt.
Deswegen bittet Jesus auch im hohepriesterlichen Gebet nicht darum, dass wir aus dieser Welt heraus genommen werden. Gott soll uns in dieser Welt vor dem Bösen bewahren. (Johannes 17,15).
Wir sollen ja auch als Christen Steuern zahlen, uns also am Staat beteiligen.
Paulus fordert uns sogar auf, für die Obrigkeit zu beten, damit wir in Ruhe und Frieden leben können (Römer 13, 1-7)

Wir sind  Bürger eines Staates, und damit geht uns Politik etwas an. Wir haben eine Verantwortung mitbekommen. Und wir sollten die Möglichkeiten nutzen, die eine Demokratie bietet. Dazu gehört nicht nur, wählen zu gehen. Man kann ja zum Beispiel auch Leserbriefe schreiben oder mit anderen zusammen demonstrieren.

Zudem ist das Wählen nicht nur ein Vorrecht, sondern sogar Pflicht. Das Wort „Demokratie“ kommt aus dem griechischen und bedeutet „Volksherrschaft“. Eine Demokratie kann nur funktionieren, wenn das Volk sich an der Herrschaft beteiligt, also wählen geht. In einigen Ländern werden deshalb Nichtwähler strafrechtlich verfolgt oder müssen Geldstrafen zahlen. Zum Beispiel in Belgien - dort zahlen Wahlberechtigte, die keine Stimme abgeben, 50 Euro.

Wir genießen in unserem Land viele Rechte. Uns geht es, verglichen mit Christen in anderen Ländern, wirklich gut. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nun einfach auf unseren Rechten ausruhen sollten, im Gegenteil: wir sollten uns dafür einsetzen, dass diese Rechte bestehen bleiben.

Klar, manchmal ist es mühsam, alles zu verstehen, was in der Politik passiert. Ich habe auch nicht immer Lust dazu, mir sämtliche Parteiprogramme durchzulesen um die Partei zu finden, die zu mir passt. Und sicherlich wird sich meine Einstellung zu manchen Parteien ändern, wenn ich mit den Jahren mehr Infos sammle.

Aber ich kann keine Veränderung erwarten, wenn ich mich nicht selber engagiere. Und ich finde die Vorstellung schlimm, dass irgendwelche radikalen Randparteien die Macht in unserem Staat übernehmen, nur, weil wir zu faul waren, um wählen zu gehen.

Deswegen werde ich am 27. September wählen gehen. Du auch?


Was einzelne Parteien zu ethischen Fragen sagen, kannst du auf dieser Seite herausfinden >>

Ein interessantes Interview (aus christlicher Sicht) mit unserer Bundeskanzlerin findest du hier >>

 

Tabea Fürst


Leid
Wenn es einen Gott gibt, wie kann er dann so viel Leid zulassen? Dieser Artikel will Antworten geben >>

[tru:] wieder bei Facebook
Trete jetzt unserer Gruppe bei und verfolge mit, was zurzeit in der [tru:] Redaktion abgeht>>

Gästebuch
Verewige dich mit deiner Meinung, Kommentaren, oder Grüßen. Zum Gästebuch