Hörbuch-Tipp: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“
Was sich wie der markige Ausspruch eines frisch bekehrten Christen anhört, ist nebenbei auch der Titel eines brandneuen Hörbuches, das ich dir wärmstens ans Herz, pardon, an deine Lauscher legen möchte. Für Alle, die ihre Wissenslücken in Sachen Klassik aufbessern möchten. Oder für Alle, die einfach gern spannende (Lebens-)Geschichten hören. Am 14. April 1759, also vor 250 Jahren, starb einer jener begnadeten Barock-Komponisten, der Sangeswütigen bis heute viel abverlangt. Denn wer kennt nicht das große „Hallelujah!“, Schreckensvision und Herausforderung eines jeden Laienchors? Sein bekanntestes Stück gehört zu den populärsten geistlichen Klassikern im christlichen Abendland. Und in Punkto Effektivität war er nicht zu schlagen. An dem Oratorium „Der Messias“ komponierte er drei Wochen, Tag und Nacht. Stramme Leistung, meint die [tru:]Crew. Weißt du, um wen es hier geht? Na klar, Georg Friedrich Händel!
Du bist ein echter Klassik-Muffel? Keine Angst. Lass dich überraschen, um es mal mit Rudi Carrell zu sagen. Pünktlich zum Händel-Jahr 2009 erscheint die Hörspiel-Biografie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Georg Friedrich Händel – Der Komponist und sein „Messias“ bei Gerth Medien. Wenn es sich hierbei nur um eine weitere, neue Aufnahme des Oratoriums handeln würde, wäre es irgendwie öde. Die findest du vielleicht auch in der Plattensammlung deiner Eltern. Hier geht es um Anderes: Eine innovative Mischung aus Wort und Musik, aus Hörspiel und Hörbuch, geschaffen, um uns faszinierende Einblicke in das Leben Händels zu bieten. Doch mehr noch, vor dem Hintergrund seiner Zeit, dem 18. Jahrhundert mit seinen extravaganten Lockenperücken und jeder Menge Puder (statt Seife!), erfährst du besondere Hintergrundinfos zur Entstehung und Wirkung des „Messias“. Als Händel seinen „Christus auf die Theaterbühne“ holte, war das nicht ganz ungefährlich für ihn. Im damaligen England, wo Händel lebte, war dies ein ungeheuerlicher Affront und geradezu verboten. Warum? Reinhören!
Das Erlebnis dieses Hörbuchs kann man mit historischen Romanen vergleichen: Geschichte wird lebendig und das ist allemal spannender als jeder noch so ambitionierte Lehrvortrag! Übrigens ranken sich um die Entstehung des „Messias“ immer noch Legenden. Doch damit will Hanno Herzler, Produzent des Hörspiels, nun aufräumen. Laut Pressemitteilung darfst du gespannt sein auf „neueste Forschungsergebnisse (…) sowie bislang unveröffentlichte Passagen, wie Reaktionen auf den „Messias“ aus Israel.“
Für die Produktion „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ verlieh kein Geringerer als der bekannte Schauspieler und Sprecher Philipp Schepmann dem Komponisten Händel seine markante Stimme, was den Genussfaktor beim Zuhören übrigens deutlich erhöht. Die Doppel-CD bietet mehr als zwei Stunden Hörmarathon, aber langweilig wird es keine Minute. Sofern deine Ohren danach noch nicht schlapp machen, kannst du dir als Bonustrack die Kurzgeschichte „Der Heilmacher von Halle“ reinziehen. Insgesamt ist dieses Hörbuch ein wahrlich passendes Geschenk zu Ostern: Da feiern wir Christen doch schließlich, dass unser Erlöser lebt! Vielleicht findest du neben Schokohasen und Ostereiern noch ein bisschen Platz im Nest.
Alexandra Beitz
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Georg Friedrich Händel – Der Komponist und sein „Messias“
Doppel-CD, 130 Minuten, € 9,99
ISBN 978-3-86591-308-1
www.gerth.de