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Tut mir leid, ich bin ein Tuh-nicht-gut


Schon wieder so ein Tag: Du stehst auf, trittst zuallererst in etwas Spitzes und hüpfst vor Schmerz im Zimmer hin und her. Da weißt du: Dieser Tag kann kein guter werden. Die Migräne ist auch schon seit Tagen dein bester „Freund“, und, oh weh: Ausgerechnet heute beginnt dein neues Praktikum! Kann das gut gehen? Warum bitte kann an solch einem wichtigen Tag nicht mal alles gut laufen?! So wie dir geht es auch anderen Menschen: Dem Koch kippt die Soße aus, der Bauarbeiter gräbt das Loch an der falschen Stelle, die Zoohändlerin gibt dem Hamster zwei Kilo Rindfleisch. Wenn der Chef abends zur Krönung „Was kannst du eigentlich?“ fragt, spätestens dann denkst du „Tut mir leid, ich bin ein Tu-nicht-gut!“ Auch du stellst dir dann die Frage: „Was kann ich eigentlich?“ Du überlegst: „Wo liegen meine Begabungen und was sollte ich lieber lassen? Warum kann ich nicht alles gut können?!“

Es gibt im Leben immer mal wieder Momente, in denen alles schief zu laufen scheint. Egal, was du anfängst, es ist zum Scheitern verurteilt. Jeder verlangt, dass du alles perfekt machst, und bekommst du das nicht hin, sind die Leute enttäuscht. Hey, ich sag dir, ärgere dich nicht darüber! Denn: Was nicht deine Begabung ist, kannst du nun mal nicht perfekt machen. Du kannst es weder heute, noch morgen, noch übermorgen – na und?! Dafür kannst du andere Sachen!

Gott hat jedem von uns Begabungen in den Schoß gelegt! Und keine ist weniger wert als eine andere, denn es werden alle gebraucht. Also: Tu nicht länger das, was du nicht kannst, sondern konzentrier’ dich auf  das, was dir liegt!

Falls du noch nicht weißt, welche Begabungen der Mensch so haben kann, schau doch mal in die Bibel, da steht zum Beispiel das hier:

Exodus 31, 3-5:
[3] Ich habe ihn mit dem Geist Gottes erfüllt und ihm Weisheit, Verstand und Können gegeben, handwerkliche Arbeiten auszuführen.[4] Ich habe ihn befähigt, Pläne für alle anstehenden Arbeiten zu entwerfen, Gegenstände aus Gold, Silber und Bronze zu schaffen, [5] Edelsteine zu schleifen und einzufassen und Holz zu schnitzen.

Hier wird die Gabe des Handwerks genannt. Interessant auch das hier:

Psalm 150, 3-5
[3]Lobt ihn mit dem Klang der Posaune, lobt ihn mit Harfe und mit Zither! [4] Lobt ihn mit Tanz und Tamburin, lobt ihn mit Saiteninstrumenten und Flöten! [5] Lobt ihn mit klingenden Zimbeln, lobt ihn mit dem Klang lauter Zimbeln.

Hier geht’s um Musik. Und lies auch dieses:

Epheser 4, 11
[11] Er hat die einen als Apostel, die anderen als Propheten, wieder andere als Prediger und schließlich einige als Hirten und Lehrer eingesetzt.

Dieser Vers zeigt dir gleich ein ganzes Spektrum an Begabungen. Es geht um alle Schichten und um ganz unterschiedliche Berufe.

Und es gibt noch viel mehr Begabungen. Es gibt noch viel mehr handwerkliche uns sonstige Geschicke. Denk auch an die ganzen geistlichen Gaben!

Eine Begabung auszuleben, bedeutet: im Leben in eine bestimmte Richtung zu gehen. Trotzdem lässt es dir riesigen Spielraum. Nur weil du handwerklich gut drauf bist, musst du nicht unbedingt Tischler werden. Du kannst auch Goldschmied werden, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen.

Zunächst gilt es für dich jedoch herauszufinden, welches deine Begabungen sind. Falls du jetzt denkst: Wie soll das gehen, man hat doch kaum Gelegenheit, sich auszuprobieren, sondern muss nach der Schule gleich beruflich voll durchstarten, habe ich ein paar Tipps für dich, wie du auf deine ganz persönlichen Gaben aufmerksam werden kannst:


1. Beten, beten, beten!
Frag Gott direkt! Okay, oft fällt es schwer, Gottes Stimme zu hören. Aber versuchen solltest du es! Mit der nötigen Ruhe und Geduld klappt es!

2. Zeit finden und experimentieren!
Feierabend, Wochenende, Schul- und Semesterferien – leg dich nicht faul aufs Sofa, sondern die freie Zeit, die du hast, aktiv! Versuch’ alle möglichen Dinge, mach Praktika in verschiedenen Branchen, such dir unterschiedliche Hobbys. Du wirst merken: Manchmal ist doch viel mehr Zeit da, als du ursprünglich gedacht hast. Du musst sie bloß sinnvoll nutzen!

3. Sprich mit Anderen!
Manchmal sieht man vom Rand des Kreises mehr als aus der Mitte heraus. Soll heißen: Frag deine Kumpel, Geschwister, Eltern, wo sie deine Begabungen sehen. Vielleicht haben sie bei dir Begabungen bemerkt, die dir selber noch gar nicht aufgefallen sind!

Früher hielt ich mich oft für einen Tu-nicht-gut, heute sage ich ganz beruhigt: Ich muss nicht alles können! Würde mein Chef mich heute fragen: „Was kannst du eigentlich?“, ich würde ihm antworten: „Ich kann vieles!“


Lukas Ryser


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