
Nicht Christin, sondern Christine!
Wir lernten uns durch einen gemeinsamen Freund kennen. Am Anfang war da nur die Erkenntnis, dass wir die gleiche Schule besucht hatten, uns aber noch nicht weiter kannten. Erst ein halbes Jahr später kamen wir uns näher: Schlittschuhlaufen, Tee trinken, im hohen Schnee spazieren gehen, über Gott und die Welt reden, viel Lachen, Freude und Glück ganz neu erleben. Es fühlte sich einfach gut an!
Was war das Problem? Sie war und ist kein Christ. Für mich war immer völlig klar, dass so was für mich nicht in Frage kommt. Doch wenn man selbst in der Situation ist, sieht alles plötzlich ganz anders aus. Als ich merkte, mich entscheiden zu müssen, tat ich dies auch: Ich sagte ihr, dass das nicht funktionieren würde. Wir sprachen schon vorher über diese Problematik, doch diese konkrete Aussage machte sie völlig fertig – und mich auch. Trotzdem verbrachten wir viel Zeit miteinander und auch ich merkte, dass ich mein Glück nicht so gehen lassen kann. Nun sind wir seit etwa einem halben Jahr zusammen. Schon jetzt weiß ich, dass ich sie wirklich liebe: ihren Humor, ihre offene Art, ihren Intellekt, ihre Schönheit, ihre Hilfsbereitschaft…
Ich bete dafür, dass sie Gott kennenlernt, sein Kind wird. Aber ich habe keine Gewissheit, dass dies passieren wird. Liegen solche Dinge in Gottes Hand, oder ist es nicht doch unser freier Wille, der hier maßgebend sein wird? Sie bemüht sich, indem sie oft zum Gottesdienst mitkommt, mit mir betet, ja, sogar in der Bibel haben wir gemeinsam gelesen. Doch Gott antwortet scheinbar nicht. Das macht mich sehr traurig, da ohne Antwort auch ihr Bemühen nachlässt. Voller Scham muss ich zugeben, dass ich ihr gegenüber nicht immer das Vorbild bin, das ich gern sein würde. Meine Zeit mit Gott kommt zunehmend zu kurz, obwohl sie mich ermutigt, diesen Dingen nachzugehen, weil sie weiß, wie wichtig es mir ist. Gründe sind wiederaufkommende Bequemlichkeit und das Genießen der immer zu kurzen Zeit zu zweit. Trotzdem fühle ich mich Gott nah – vielleicht mehr im Alltag als in der Stillen Zeit oder der Gemeinschaft mit Christen.
Kompromisse? Ich würde es vielleicht ein Umdenken nennen. Ihr Blickwinkel erlaubt mir, viele Dinge aus einer neuen Perspektive zu sehen und zu überdenken, auch mal etwas kritisch auf unser christliches Selbstverständnis zu schauen. Das hilft zu wachsen, ist aber auch gefährlich, wenn man seine Sicht der Dinge dabei vergisst. Auch ich würde ihr (m)einen anderen Blickwinkel gerne noch mehr zeigen. Dass ich zurzeit (und auch schon vorher) mit meiner Ortsgemeinde etwas unglücklich bin, hilft aber leider nicht dabei. Ich will sie auch nicht bedrängen oder manipulieren, aber meine Möglichkeiten nutzen. Doch letztendlich muss sie es wollen. Oft trifft sie Entscheidungen aus dem Bauch heraus, aber nicht diese, und das ist sicher gut so.
Ich wünsche mir, dass sie mehr tolle, offene Christen kennenlernt, die ihren Glauben ernst nehmen, aber nicht „gesetzlich“ sind und sich für uns freuen können. Meine Schwester, die ich sehr schätze, hat mir zu verstehen gegeben, dass sie meine Wahl gar nicht gut findet. Mein älterer Bruder hingegen hatte auch eine nichtchristliche Freundin, die sich dann bekehrte. Das gibt Hoffnung, aber keine Gewissheit.
Ich selbst hatte Phasen, die mich sehr nachdenklich stimmten und mir Angst vor dem machten, was die anderen denken könnten. Ich würde nicht sagen wollen, dass ich dies alles überwunden hätte, aber ich bin sehr glücklich. Ich liebe meine Freundin und sie mich, ich will mit ihr zusammenbleiben und trotzdem Gott an erster Stelle haben. Geht das? Ich denke ja. Einfach ist deshalb trotzdem nicht alles. Stichwörter wie „Kirche oder Standesamt?“, „Kindererziehung“ und „Beruf(ung)“ bewegen jetzt schon meine Gedanken, da das Ziel einer Beziehung für mich die Ehe ist. Doch wie sagt meine Freundin immer so schön: „Einfach kann jeder…“
Wichtig und für mich notwendig bleibt, dass sie meinen Glauben an mir akzeptiert, schätzt und mich darin unterstützt, soweit sie das kann.
Claudius
| Teresa Vollin , 02.09.09 16:08 Uhr |
| Endlich mal ein Artikel, der aussagt, dass Beziehungen zwischen Christen und Nichtchristen funktionieren! Das ewige "Wie kannst du nur, das will Gott nicht, das kann nicht gut gehen" kann ich nicht mehr hören. Danke für diesen mutigen und ermutigenden Artikel! |
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| Samuel und Esther Butschkau , 05.09.09 19:02 Uhr |
Schade dass das ermutigend war...denn wir haben in unserem eigenen Umfeld immer nur Gegenteile erlebt. Meine Tanten sind damals wegen Nicht-Christen vom Glauben abgekommen und sie sind jetzt kurz vor ihrem Lebensende und haben so ein Schei...Leben! Auch meine beste Freundin ist den Weg gegangen und extrem gescheitert... Mein eigener Bruder hat es probiertn und die Ehe ist nach kurzer Zeit gescheitert. Es geht hier doch nicht darum, dass man es nicht darf...es ist vielmehr ein Schutz. Wenn Gott die Beziehung wirklich will, kann man doch wenigstens mit Gott die Vereinbarung treffen, solange bis sie wirklich die Entscheidung für Jesus trifft, zu warten. Was ist mit der wichtigsten Sache (JESUS) in eurem Leben die ihr NICHT teilen könnt mit diesem Partner...Ist es dann noch wirklich die wichtigste Sache?
Ich finde es schade, wenn solche Artikel ermutigend für andere sind, dasselbe zu probieren - und dabei vielleicht zu scheitern. Wenn du das für dich so siehst ist das ok aber denk daran das es Leute gibt, die vielleicht nicht so stark sind wie du. Ich will dich keinesfalls verurteilen, aber überlege wieviel Verantwortung du mit diesem Artikel hast... Wir beten für deine Freundin, dass sie zu Gott findet und du wirklich ein positives Beispiel erzählen kannst. |
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| Amos Koch , 12.10.09 20:06 Uhr |
Keine einzige Bibelstelle im ganzen Artikel...
das sagt doch schon alles. |
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| Raphi F. , 10.02.10 19:53 Uhr |
Es gibt da ja das bekannte Beispiel mit dem Stuhl. Als Christ steht man auf dem Stuhl und probiert den Partner hochzuziehen. Der Partner steht unten und zieht (ob bewusst oder unbewusst) dich herunter. Was geht einfacher?
Ich kenne keine einzige solche Beziehung die über längere Zeiträume gehalten hat!
lg Raphi |
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| Tina K. , 03.05.10 20:12 Uhr |
Ich denke dieser Artikel zeigt ganz klar in welchen Konflikt man geraten kann, wenn man in eine so ungleiche Beziehung geht.
Was mich jedoch sehr bedenklich gestimmt hat, ist dass Du, lieber Autor, zwar für deine Freundin betest, aber nicht erwähnst, ob du auch für dich betest. Egal in welcher Beziehung man ist, die Frage ist doch, ist sie von Gott, im Herrn und durch in gesegnet? Ich selbst kann mir das nicht vorstellen und nicht, weil ich so religiös bin und mich an Regeln halte. Nein, weil ich bereits vor der Wahl stand und Gott in dieser Zeit mich klar geführt hat. Es war nicht einfach mich zu entscheiden und der Schmerz war groß, aber Gottes Segen einfach größer. Gott hat mich nicht nur vor die Wahl gestellt, ob ich die Beziehung zu diesem Mann haben möchte oder nicht, sondern viel mehr auch, wie viel ich von meinem Weg abweichen möchte oder nicht. Gott voll und ganz zu dienen mit einem Menschen an der Seite der Gott nicht kennt ist schwer und erfordert sehr viel Stärke. Nach allem zu greifen und Gottes Weg zu gehen mit jemanden der diesen Weg nicht sehen kann, schien mir unmöglich und hätte mich in meinem Glauben und besonders in alledem was Gott für mich vorbereitet hat beschränkt.
Ich werde für deine Freundin und dich beten, damit ihr Gottes Weg gehen könnt. So wie er es für Euch vorgesehen hat. |
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