Gott und Gerechtigkeit – Gedankensport
Ein Sonntagsspaziergang auf dem größten Parkfriedhof der Welt in Hamburg-Ohlsdorf. Die Sonne bricht sich an diesem Nachmittag Bahn und leuchtet durch das Dach aus Kastanienblättern. Viele der Gräber hier sind schlicht gestaltet, meist sehr liebevoll – und manche zeigen denkwürdige Zeilen wie diese: „Gott ist nicht immer gerecht.“
Ich frage mich, welche Erfahrung die Hinterbliebenen mit dem Tod ihrer Liebsten verbinden, aber es kann – mindestens was Gott betrifft – in diesem Fall keine gute sein.
Gott wird so oft als ungerecht wahrgenommen. Angesichts der Stürme, die über unsere kleinen Lebenswelten hinwegfegen, kann ich das so gut verstehen! In Schmerz und Trauer regiert die Ungewissheit. In den schweren Zeiten unseres Lebens bestimmen meist Fragen unser Dasein. Weil uns das Verständnis fehlt. Dann kommt auch die Frage nach der Gerechtigkeit. Und nach Gott.
Schon mal drüber nachgedacht?
Je nach dem wie wir die Frage nach Gott beantworten kann das gut oder schlecht sein. Wenn wir sie überhaupt beantworten. Aber mal ehrlich: Nur, weil uns das Verständnis fehlt, müssen wir uns doch vor Antworten nicht scheuen. Oder?
Menschen, die die Bibel kennen, können eine Antwort immer auf ihrer Zunge haben – ein Wort, das David, König von Israel und Juda, schon vor dreitausend Jahren aufgeschrieben hat: „Denn der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.“ (Psalm 11,7)