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Tinas kleines Reisetagebuch - Kanada 2008

Teil 1: Kanadischer Thanksgiving, Bisonjagd und ein Berg, der zusammenbricht
 
Den 11. Oktober 2008 habe ich in diesem Jahr doppelt erlebt. Ich bin morgens in Frankfurt gestartet und nach zehn Stunden bin ich, ebenfalls morgens, in Calgary gelandet. Und dann fing dieser Samstag von neuem an.

„Welcome to Canada!“ - trotz des Jetlags genoss ich diesen ersten Tag mit alten Freunden. Ich bin zu Besuch bei Linda und Charles, bei denen ich vor sieben Jahren Weihnachten gefeiert habe. Damals, als ich zum ersten Mal in Kanada war, auf der Bibelschule.

Dieses Mal bin ich nicht allein unterwegs; meine Freundin Esther ist dabei.

Linda und Charles geben sich an diesem 11. Oktober große Mühe, uns bis abends wach zu halten. Mit einem langen Spaziergang in der Herbstsonne, mit einem ersten Shopping-Trip und einem Abendessen im Restaurant. Wir halten bis 20 Uhr durch - unsere Körper sind zu dieser Zeit noch auf deutsche Zeit eingestellt, für uns war es also vier Uhr nachts, als wir endlich ins Bett gehen durften.

Der nächste Tag ist ein ganz besonderer:
Thanksgiving! Anders als US-Amerikaner feiern die Kanadier Thanksgiving am 12./13. Oktober. Als wir an diesem Sonntagmorgen noch etwas verschlafen unseren Weg in die Küche finden, haben wir eine nette Begegnung mit einem 18-Pfund-Truthahn.

Dieser wird gerade für seine lange Reise durch den Backofen vorbereitet…
Vormittags feiern wir dann gemeinsam mit unseren Gastgebern einen Dankgottesdienst. Und am Nachmittag stürmt der Rest der Familie das Haus. Thanksgiving ist das wichtigste Familienfest für Kanadier. Dementsprechend lebhaft geht es zu!

Am Tag darauf tun wir dann das, was man hier ständig tut: Wir fahren Auto. Linda und Charles wollen uns einige schöne Seiten der südlichen Provinz Alberta zeigen. Das ist eine fabelhafte Idee! Die Sonne strahlt vom Himmel und es ist mit null Grad Celsius deutlich wärmer als am Vortag. Wir fahren gut 200 Kilometer Richtung Süden und landen bei einem UNESCO-Weltkulturerbe: Head-Smashed-In Buffalo Jump (www.head-smashed-in.com). Vor tausenden von Jahren haben hier Indianer ganze Bisonherden über die Klippen in den Tod getrieben. Das war, in Zeiten, zu denen es noch keine Gewehre zum Jagen gab, die einfachste Weise, viele Tiere auf einmal zu töten. Ein wirklich interessanter Ort, so unsere einhellige Meinung.

Mittags geht es weiter zum Turtle Mountain, der wegen seiner instabilen geologischen Struktur im Jahre 1903 regelrecht zusammenbrach. Teile der Stadt Frank wurden unter 82 Millionen Tonnen Stein und Geröll begraben (www.frankslide.com). Von 600 Einwohnern starben mindestens 100. Heute sieht die Gegend aus wie ein riesiger Steinbruch. Na ja, irgendwie ist es das ja auch. Eines bleibt uns im Kopf hängen: Mensch und Natur - oftmals ein sehr angespanntes Verhältnis. Und meist ist die Natur am Ende die Stärkere.

Wir legen an diesem Tag fast 500 Kilometer mit dem Auto zurück, durch die karge Landschaft der Prärie hin zu den Felsmassiven der Rocky Mountains. Nichts in Europa ist vergleichbar mit der Weite dieses Landes! Esther und ich sind begeistert!

Mittlerweile sind wir innerhalb von Calgary umgezogen zu Rebekah und Dustin, ebenfalls Freunde aus Bibelschulzeiten. Hier werden wir drei Tage bleiben, bevor wir weiterfliegen in Richtung Westen nach Abbotsford in der Nähe von Vancouver. Auch dort warten Freunde auf uns…

Bis bald,

Tina & Esther



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