Tinas kleines Reisetagebuch - Kanada 2008
Teil 2: Es ist kalt in Kanada…!
Minus neun Grad Celsius. Esther und ich weigern uns an diesem Dienstag aus der Tür zu gehen. Im Haus unserer Freunde Rebekah und Dustin gibt es einen Kamin, der ist so schön warm! Aber gut, wir wollen ja was sehen vom Land. Und der Sonnenschein ermutigt uns. Rebekah fährt uns an diesem Tag nach Banff, ein kleiner Ort mitten in den Rocky Mountains, nur gut eine Stunde von Calgary entfernt (www.banff.com). In Banff gibt es eine gemütliche Shopping-Meile, in der wir uns austoben und Souvenirs kaufen – schließlich sind wir Touristen. Aber es gibt einiges mehr zu sehen in diesem Ort: Heiße Quellen zum Beispiel, und ein 5-Sterne Hotel, in dem die britische Queen regelmäßig absteigt (www.fairmont.com/banffsprings). Es ist wunderschön gelegen am Fuße der Berge. 
Wir sind an diesem Tag zu müde, um die Berge zu Fuß zu besteigen, also nehmen wir die Gondel.
Diese bringt uns auf den 2281 Meter hohen Mount Sulphur – der ist im Vergleich zu seinen Geschwistern drumherum eher klein.
Aber er bietet uns eine nette Aussicht auf Banff und das Bow-River-Valley. Nur eines stört uns: Es ist kalt! Das Thermometer zeigt deutliche Minusgrade an und es weht eine kräftige Brise. Rebekah versichert uns immer wieder, dass dies längst noch nicht Winter ist. Viel zu warm für Winter, sagt sie. Wir sind trotzdem sehr froh, Mütze und Handschuhe dabei zu haben… Am Abend, zurück in Calgary, erfreuen wir uns dann am Kamin. Ach, wie schön so eine Kälte doch ist, wenn man in eine gute, warme Stube kommt.

Der nächste Tag ist leider nicht wärmer, aber genau so herrlich sonnig wie der zuvor. Gemeinsam mit unseren Gastgebern erkunden wir die Stadt Calgary selbst. 1988 waren hier die Olympischen Winterspiele. Der Calgary Olympic Park gab uns die Möglichkeit, einmal Champions zu sein. Ein schönes Gefühl, mal ganz oben zu stehen.
Anschließend fahren wir runter nach Downtown Calgary. Für die unglaublich riesigen Ausmaße dieser Stadt (sie ist die drittgrößte in Kanada) ist das Zentrum recht klein. Die Skyline mit ein paar Wolkenkratzern erinnert mich an meine alte Heimat Frankfurt am Main.
Nach einem Starbucks-Kaffee zum Aufwärmen genießen wir die Aussicht vom 190 Meter hohen Calgary Tower. Wow! Die Weite dieses Landes ist uns bei den diversen Autofahrten der letzten Tage schon aufgefallen. Es ist gigantisch. Zumindest wenn man sonst nur Europa kennt. Selbst die Täler zwischen den Bergen zeigen eine unglaubliche Weite, wie wir in Banff gesehen haben. Mir kommt in diesen Tagen immer wieder ein Vers in den Kopf, der mich schon lange begleitet:
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Psalm 31,9b).
Ja, das erleben wir hier: Gott stellt unsere Füße hier auf unglaublich weiten Raum. Und es fühlt sich so gut an!
Heute Abend fliegen wir endlich in Richtung Westen nach Abbotsford. Dort warten Carmen und Eric auf uns – und Vancouver natürlich.
Und wir hoffen, dass es dort etwas wärmer ist. Dann aber wahrscheinlich leider auch feuchter. We will see!
Bis bald mal wieder,
TINA & ESTHER