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Fehlende Vorbilder – fehlende Werte?

Trauer und Interesse an seiner Person scheinen grenzenlos zu sein: Michael Jackson schafft es, auch Wochen nach seinem Tod die Magazine und Zeitungen zu füllen und Menschen weltweit zu bewegen. War der King of Pop die letzten Jahre auch etwas aus dem Rampenlicht geraten, so zeigt sich nun, wie enorm seine Fangemeinde noch immer ist. Michael Jackson wurde mit seiner Musik zum Idol einer ganzen Generation. Als Vorbild für Generationen kann sein Leben aber kaum dienen…

Erschreckend sollen sie gewesen sein, die Bilder, die sich den unmittelbar Beteiligten beim Anblick der sterblichen Überreste des Popstars boten. Unzählige Operationsnarben im Gesicht, einer der mehrfach „verschönerten“ Nasenflügel völlig eingefallen. Erschreckend, aber nicht unerwartet!
 
Hatte man die Bilder des Teenagers Michael vor Augen, so konnte man es über die Jahre hinweg immer weniger fassen, was aus diesem hübschen, dunkelhäutigen Jungen wurde. Er schien mit der Zeit eher einem lebenden Gespenst als einem Menschen aus Fleisch und Blut zu ähneln. Auch wenn Michael Jackson ein umjubelter Star war, mit seinem Aussehen und seiner Herkunft anfreunden konnte er sich scheinbar nicht.

Schönheits-OP – steht uns das zu?

Wahrscheinlich hat fast jeder Mensch an seinem Äußeren etwas auszusetzen. Wahrscheinlich würden auch viele Menschen etwas daran ändern, wenn die finanziellen und medizinischen Mittel es erlauben würden. Aber steht uns so etwas überhaupt zu?

Sicherlich gibt es Ausnahmesituationen, die eine Schönheitsoperation legitimieren. Allerdings: Wir schwingen uns damit ein stückweit dazu auf, selbst Gott zu spielen. Zu bedenken ist: Wir sind kein Produkt des Zufalls, keine Laune der Natur, wie es in einem bekannten Lied heißt. Wir sind so geschaffen, wie wir sind. Und wir sind so gewollt. Mit vielen schönen Seiten, aber eben auch mit ein paar Ecken und Kanten, die uns manchmal etwas weniger attraktiv erscheinen. Doch es sind gerade diese Dinge, die uns individuell, einzigartig machen. Wer will schon eine Welt haben, in der alle Menschen gleich aussehen und sich ihre Wunschkinder in einem Katalog aussuchen können!?

Perfekte Promis?

Cristiano Ronaldo wäre wohl ein solches Katalogkind. Nein, er stammt nicht aus einem Katalog, er sah schon immer – wie seine Fans finden – extrem gut aus. Mit Katalogkind ist hier gemeint, dass Ronaldo als Model für einen solchen Katalog herhalten könnte. Denn wenn einer perfekt ist, dann doch wohl Ronaldo, oder etwa nicht? Als teuerster Mann der Welt wurde er jüngst betitelt, als ihn 80.000 Fans in Madrid wie einen Götterjungen feierten. Das mag ihm als Weltfußballer ja zustehen, mag man denken. Wenn er jemandem unglaubliche 94 Millionen Euro wert ist – warum nicht!? Ronaldo, das perfekte Vorbild also für alle Jugendlichen: gut aussehend, erfolgreich, beliebt, reich!
    
Und doch ist er es nicht, das perfekte Vorbild. Bekannt ist der Portugiese nämlich nicht nur als begnadeter Fußball-Techniker, sondern auch als passionierter Partylöwe und Frauenheld. In seinem Sommerurlaub hat er sich jüngst dem Nachtleben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gewidmet und ist dort prompt seinem weiblichen Glamour-Pendant Paris Hilton in die Arme gelaufen. Die wievielte Affäre seines jungen Lebens das Techtelmechtel mit der blonden Hotelerbin war, kann Ronaldo wohl selbst kaum mehr zählen. Es wäre auch müßig. Mit Vorbildcharakter oder gelebten Werten verträgt es sich jedenfalls nicht.

Auch wenn das Frauenleben von Lance Armstrong etwas weniger bewegt ist, herrscht um den Radsportstar ein ähnlicher Hype. Das Medieninteresse an dem 37-jährigen Texaner, der bei der diesjährigen Tour de France ein spektakuläres Comeback gibt, ist riesig. Armstrong, der in jungen Jahren Hodenkrebs hatte, davon geheilt werden konnte und danach sieben Mal das härteste Rennen der Welt gewann, bietet eine faszinierende Lebensgeschichte. Und er ist ein wahrer Wohltäter: Die gemeinnützige Lance-Armstrong-Foundation hilft Krebskranken und unterstützt die Krebsforschung mit beträchtlichen finanziellen Mitteln. Armstrong – ein Vorbild für die Jugend!

Moment mal! Da wird doch immer wieder gern etwas unter den Teppich gekehrt: und zwar Dopingmissbrauch in früheren Jahren, ein offenes Geheimnis. Auch dass Armstrong radikal und mit allen Mitteln gegen Leute zu Werke geht, die sich in der Sache kritisch oder gar anschuldigend ihm gegenüber äußern, wird gerne verschwiegen. Doping ist Betrug und Betrug scheint sich letztlich auszuzahlen, das ist traurig genug. Lance Armstrong ist und bleibt ein Star. Aber vielleicht doch kein Vorbild.

Vielleicht Politiker?

Immerhin bleiben uns ja noch die Herren Politiker, die doch schon qua ihrer Funktion die Werte unserer Gesellschaft vertreten und folglich unserer aller Vorbilder sind. Da hätten wir etwa in Italien den sympathischen Herrn Berlusconi, der neben den umfangreichen Aufgaben, die er als Premierminister des Landes wahrnimmt, überraschenderweise auch noch Zeit findet, sich ganz persönlich um seine Wähler zu kümmern. Naja, natürlich nicht um alle, eher bevorzugt um weibliche Jungwählerinnen. Dass seine Bürgernähe in diesem Fall allerdings weniger politisch motiviert ist, lässt sich nur unschwer leugnen. Ein 72-Jähriger, der 18-jährige Mädchen zu sich nach Hause einlädt? Also wenn es seine Enkelinnen wären, ja gerne… Seiner Popularität in Italien scheint es zumindest kaum einen Abbruch zu tun, die Werte, die er damit als erster Mann des Staates vorlebt, sind jedoch katastrophal.
 
Ein echtes Vorbild: Jesus Christus!

Gewiss gibt es positive Gegenbeispiele von Menschen, die wirklich Vorbilder sein können. Aber was in unserer Gesellschaft verloren zu gehen droht, sind vorgelebte Werte und Richtlinien für junge Menschen. Da scheint kaum noch Platz zu sein für Ehrlichkeit, (Nächsten-)Liebe, Authentizität oder Tiefgründigkeit. Wie leer, oberflächlich und unerfüllt das Leben hinter der schönen Fassade des Erfolgs und Glamours ist, zeigt nicht nur der Tod von Michael Jackson. Vielmehr der Blick in ein Buch, das zwar alt, aber aktueller ist denn je. Dort ist die Lebensgeschichte des einzigen Menschen zu finden, der es in jeder Hinsicht wert war, ein echtes Vorbild für uns zu sein: Jesus Christus. Seine Werte und Standpunkte sind auch heute noch eine wertvolle Orientierungshilfe. 

Paulus schreibt dazu: „…Orientiert euch an dem, was wahrhaftig, gut und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat, an dem, was auch bei euren Mitmenschen als Tugend gilt und Lob verdient.“ (Philipper 4,8)

Anstatt uns in den Boulevard- und Lifestylemedien zu verlieren, würde es uns gut tun, wenn wir uns lieber von der Bibel inspirieren lassen würden!

Martin Walter 

 

 


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